Raumfahrt

Sonde gestartet: Roboter soll „Swift“-Teleskop vor dem Absturz bewahren

Eine Servicesonde ist auf dem Weg zum sinkenden Nasa-Teleskop „Swift“. Ohne Anhebung würde der Beobachter kosmischer Explosionen in wenigen Monaten verglühen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Vom Kwajalein-Atoll im Pazifik aus begann die Rettungsmission für das sinkende Nasa-Teleskop.

Vom Kwajalein-Atoll im Pazifik aus begann die Rettungsmission für das sinkende Nasa-Teleskop.

© OceanPhoto/imago

Zur Rettung des Nasa-Weltraumteleskops „Swift“ ist am Freitagmorgen eine unbemannte Servicesonde ins All gestartet. Der Roboter mit dem Namen „Link“ des US-Unternehmens Katalyst Space Technologies wurde nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa an Bord einer Pegasus-XL-Rakete des Konzerns Northrop Grumman ins All gebracht.

Das Trägerflugzeug „Stargazer“, eine umgebaute L-1011, startete vom Kwajalein-Atoll auf den Marshallinseln im Pazifik und setzte die Rakete in rund 12.000 Metern Höhe über dem Atoll aus.

„Link“ soll das seit 2004 im Orbit befindliche Teleskop in etwa einem Monat erreichen, greifen und auf eine höhere Umlaufbahn anheben. Derzeit kreist das rund 1,4 Tonnen schwere „Swift“-Observatorium in etwa 360 Kilometern Höhe. Katalyst will das Teleskop nach Nasa-Angaben um rund 240 Kilometer anheben, zurück auf seine ursprüngliche Bahn.

Sonnenaktivität beschleunigt Absinken

„Swift“ beobachtet seit seinem Start unter anderem Gammastrahlenblitze sowie Röntgen-, ultraviolette und sichtbare Strahlung. Weil das Observatorium keinen eigenen Antrieb zur Bahnerhaltung besitzt, sinkt seine Umlaufbahn durch den Luftwiderstand in Erdnähe kontinuierlich ab.

Jüngste Sonnenstürme hätten diesen Effekt bei „Swift“ verstärkt, teilte die Nasa mit. Ohne die Anhebung werde das Teleskop voraussichtlich im Oktober in der Atmosphäre verglühen. Um den Abstieg zu verlangsamen, wurden die Instrumente laut der Nachrichtenagentur AP bereits im Februar abgeschaltet. Nach AP-Angaben muss „Swift“ oberhalb von 300 Kilometern bleiben, damit der Rettungsversuch gute Erfolgsaussichten hat.

Auftrag in weniger als einem Jahr umgesetzt

Die Nasa hatte Katalyst im September mit dem Einsatz beauftragt und zahlt dafür laut AP 30 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen musste die Sonde in weniger als einem Jahr entwickeln, bauen und starten. „Dies ist eine Mission mit hohem Risiko und hoher Belohnung“, sagte Katalyst-Chef Ghonhee Lee vor dem Start laut AP.

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Bei erfolgreicher Kopplung könnte „Swift“ ab September wieder Gammablitze und Sternexplosionen beobachten. Als nächster Schritt muss das Katalyst-Team nach Nasa-Angaben ein Signal der Sonde empfangen und die Entfaltung der Solarpaneele bestätigen.

Testfall für künftige Wartungseinsätze

Die Nasa sieht in dem Einsatz zugleich einen Test für künftige Wartungsmissionen im All. Er soll zeigen, ob sich ein älteres wissenschaftliches Observatorium ohne eigene Vorrichtung für Wartungseinsätze nachträglich anheben lässt. Eine Verlängerung der „Swift“-Mission sei günstiger als ein Ersatz für die besonderen Fähigkeiten des Teleskops, teilte die Behörde mit.

Laut AP verliert auch das Hubble-Weltraumteleskop wegen erhöhter Sonnenaktivität an Höhe. Katalyst entwickelt demnach bereits ein größeres Robotersystem, das später auch höher fliegende Satelliten erreichen soll.

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