Ukraine-Krieg

Explosionen in Putins Heimat: Ukraine greift erneut Sankt Petersburg an – Rauch über der Stadt

Erneut meldet Russland einen ukrainischen Angriff tief im eigenen Hinterland. Nach Berichten wurde dabei ein wichtiges Ölterminal bei Sankt Petersburg getroffen.

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Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg, Russland.

Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg, Russland.

© Ulf Mauder/dpa

Die Ukraine hat nach russischen und ukrainischen Medienberichten erneut Ziele in der russischen Region um Sankt Petersburg angegriffen. In der Nacht zum Samstag sollen Drohnen ein Ölterminal beziehungsweise Hafenanlagen in der Region Leningrad attackiert haben. Russische Behörden sprachen inzwischen von einem der größeren Drohnenangriffe auf die Region. Die Angaben ließen sich weiterhin nicht unabhängig überprüfen. Eine offizielle Bestätigung aus Kiew lag zunächst nicht vor.

Nach Angaben des russischen Mediums Astra sowie mehrerer russischer Telegram-Kanäle stiegen über dem Hafengebiet dichte Rauchwolken auf. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigen Feuer und schwarzen Rauch über Industrieanlagen. Auch der Kyiv Independent berichtete unter Berufung auf russische Quellen über Explosionen im Bereich des Ölterminals von Sankt Petersburg.

Wenig später bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Angriff indirekt auf der Plattform X. Die ukrainischen Streitkräfte hätten in der Nacht Hafen- und Ölinfrastruktur bei Sankt Petersburg sowie Ziele in Kronstadt getroffen, die Russland Einnahmen für seinen Krieg verschafften, schrieb Selenskyj. Er sprach von „ukrainischen Langstreckensanktionen“ gegen Russland und betonte, die Angriffe hätten Ziele in mehr als 850 Kilometern Entfernung von der ukrainischen Grenze getroffen.

Gouverneur meldet Dutzende abgeschossene Drohnen

Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, erklärte auf Telegram, die russische Luftabwehr habe 67 ukrainische Drohnen über der Region abgeschossen. Trümmer seien in der Nähe des Hafens von Wyssozk niedergegangen, wo sich ein großes Terminal zur Ölverladung befindet. Zu möglichen Schäden an der Infrastruktur äußerte er sich zunächst nicht.

Bewohner berichteten laut russischen Medien, gegen 6.30 Uhr Ortszeit mehrere Explosionen gehört zu haben. Zeitweise galt in der Region Luftalarm.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf das Umland von Sankt Petersburg. Nach eigenen Angaben wurden in der Nacht 389 ukrainische Drohnen über Russland abgefangen. Ob das Stadtgebiet von Sankt Petersburg oder der dortige Ölhafen getroffen wurden, teilte das Ministerium nicht mit.

Ölterminal zählt zu Russlands wichtiger Energieinfrastruktur

Das betroffene Ölterminal am Großen Hafen von Sankt Petersburg gehört zu den wichtigsten Umschlagplätzen für Erdölprodukte im Nordwesten Russlands. Nach öffentlich verfügbaren Unternehmensangaben verfügt die Anlage über einen jährlichen Umschlag von rund 12,5 Millionen Tonnen und ist für den Export von Treibstoffen über die Ostsee von zentraler Bedeutung.

Seit Monaten richtet die Ukraine ihre Angriffe verstärkt gegen russische Ölraffinerien, Tanklager und Exportterminals. Kiew verfolgt damit das Ziel, die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte sowie wichtige Einnahmequellen für den russischen Staat zu schwächen.

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Angriff auf Putins Heimatregion

Sankt Petersburg liegt rund 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und gilt wegen seiner dichten Luftverteidigung als besonders schwer anzugreifen. Dennoch war die Stadt bereits Anfang Juni Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Damals bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Angriff auf das Ölterminal von Sankt Petersburg sowie militärische Ziele im nahe gelegenen Kronstadt. Reuters konnte den Ort der Angriffe damals verifizieren, nicht jedoch das genaue Ausmaß der Schäden.

Sollte sich auch der jüngste Angriff bestätigen, wäre dies ein weiterer Hinweis darauf, dass ukrainische Langstreckendrohnen inzwischen regelmäßig bis in die Heimatregion des russischen Präsidenten Wladimir Putin vordringen können. Unabhängig überprüfen ließ sich das zunächst jedoch nicht.

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