Mit einer auf mehrere Tage angelegten Trauerzeremonie hat der Iran Abschied vom getöteten Revolutionsführer Ali Chamenei genommen. Im Imam-Chomeini-Mosalla in Teheran konnten Gläubige am Samstag erstmals am aufgebahrten Sarg des langjährigen Staatsoberhaupts Abschied nehmen. Nach Angaben staatlicher Medien werden in den kommenden Tagen Millionen Menschen zu Prozessionen im Iran und im Irak erwartet.
Die Führung in Teheran nutzt die Trauerfeiern zugleich als Demonstration der Stärke. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stellt der Staat Busse, Unterkünfte und Verpflegung bereit, um möglichst viele Menschen zu den Prozessionen zu bringen.
Ali Chamenei war im Februar beim ersten Luftangriff des Krieges gegen den Iran durch Angriffe Israels und der USA getötet worden. Seine Beisetzung war wegen der Kämpfe verschoben worden und soll nun am Donnerstag in Maschhad erfolgen.
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Iran warnt USA und Israel vor Angriffen während Chamenei-Beisetzung
Bericht: Iran bereitet sich auf Angriffe und Attentate vor
Die Behörden haben die Sicherheitsmaßnahmen massiv verschärft. Polizei, Militär und Angehörige der Basidsch-Miliz sichern die Straßen Teherans. Der Iran warnte die USA und Israel vor möglichen Angriffen während der Trauerfeiern.
CNN berichtet, dass sich die iranischen Sicherheitsbehörden auf mögliche Luftangriffe oder Attentate vorbereiten. Unklar ist weiterhin, ob Modschtaba Chamenei, der seinem Vater als Revolutionsführer nachfolgte und bei dem Angriff verletzt worden sein soll, erstmals wieder öffentlich auftreten wird.
Auch viele Frauen nahmen an einer Kundgebung auf dem Enghelab-Platz in Teheran am Vorabend des Staatsbegräbnisses von Oberstem Führer Ali Khamenei (1939–2026) teil.
© Valery Sharifulin/imago
Trauerzug führt bis in den Irak
Nach Darstellung von IRNA und Al Jazeera ist die Aufbahrung in Teheran am Samstag und Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Montag sei ein Trauerzug durch die Hauptstadt geplant, am Dienstag sollen Zeremonien in Ghom folgen. Die rund 120 Kilometer südlich von Teheran gelegene Stadt gilt als geistliches Zentrum des schiitischen Islam im Iran und beherbergt die größten Religionsseminare des Landes, in denen auch Chamenei studiert hatte.
Am Mittwoch würden die schiitischen Pilgerstädte Nadschaf und Kerbela im Irak Station der Trauerfeier sein, bevor Chamenei am Donnerstag in Maschhad nahe dem Schrein des Imam Reza beigesetzt werde. Chamenei war in Maschhad geboren.
Dicht gedrängte Menschenmengen nehmen an den Trauerfeiern für Ali Chamenei in Teheran teil.
© Fatemeh Bahrami/imago
Iran wirbt um Geschlossenheit
Nach Reuters befindet sich die Islamische Republik trotz der offiziellen Demonstration der Einheit in einer schwierigen innenpolitischen Lage. Die Wirtschaft leidet seit Jahren unter Sanktionen, zudem hatten Massenproteste das Land zuletzt erschüttert.
Mit den Trauerfeiern versucht die Führung nun, Geschlossenheit und Stabilität zu demonstrieren. Neben hochrangigen iranischen Politikern werden auch zahlreiche ausländische Gäste erwartet, darunter Vertreter aus Russland, China, Pakistan und dem Irak.
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