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Südpazifik: Fidschi schließt Verteidigungsbündnis mit Australien

Beide Länder wollen sich im Ernstfall gegenseitig beistehen. Australien verspricht dem Inselstaat Investitionen sowie Mittel für Sicherheit und Entwicklung.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Anthony Albanese (l.) und Sitiveni Rabuka bei ihrem Treffen in Fidschi

Anthony Albanese (l.) und Sitiveni Rabuka bei ihrem Treffen in Fidschi

© Mick Tsikas/imago

Australien und Fidschi haben am Montag in der fidschianischen Hauptstadt Suva zwei Abkommen unterzeichnet, die ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen. Die Regierungschefs Anthony Albanese und Sitiveni Rabuka setzten ihre Unterschriften unter die sogenannte Vuvale Union sowie unter die Ocean of Peace Alliance, einen Vertrag zur gegenseitigen Verteidigung. Das teilte das australische Außenministerium mit.

Nach Angaben des Ministeriums ist es Fidschis erstes und Australiens viertes derartiges Bündnis. Beide Länder verpflichten sich, einander im Ernstfall beizustehen. Der Vertragstext sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf einen der beiden Staaten im Pazifikraum als Gefahr für den jeweils anderen gilt und dass beide Seiten „im Einklang mit ihren innerstaatlichen Verfahren" zur Abwehr der gemeinsamen Gefahr handeln würden.

Milliardenpaket für ein Jahrzehnt

Albanese kündigte an, Australien werde die Vereinbarungen über zehn Jahre mit mehr als einer Milliarde australischer Dollar, umgerechnet rund 560 Millionen Euro, unterlegen. Das Geld soll unter anderem in die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität sowie in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur in Fidschi fließen. Das berichtete der australische Sender ABC unter Berufung auf Aussagen des Premiers bei der Pressekonferenz in Suva.

Rabuka verwies laut dem fidschianischen Sender FBC News außerdem darauf, dass Australien seit der Erneuerung der Vuvale-Partnerschaft im Oktober 2023 neue Investitionen in Höhe von 280 Millionen Fidschi-Dollar, umgerechnet rund 110 Millionen Euro, zugesagt habe.

Der fidschianische Regierungschef bezeichnete die Verträge als „sehr bedeutende Aufwertung“ der Beziehungen. Diese reagierten auf ein verändertes Sicherheitsumfeld in der Region, darunter organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Cyberbedrohungen sowie Gesundheitsrisiken wie die Ausbreitung von HIV in Teilen des Pazifiks.

Fidschi ist ein Inselstaat im südlichen Pazifik mit rund 300 Inseln und mehr als 500 kleineren Eilanden. Das Land war seit 1874 britische Kronkolonie, wurde 1970 unabhängig und 1987 nach zwei Militärputschen eine parlamentarische Republik.

Die Bevölkerung besteht vor allem aus iTaukei und einer großen Bevölkerungsgruppe indischer Herkunft. Wirtschaftlich gehört Fidschi zu den stärker entwickelten Inselökonomien des Pazifik. Tourismus und Landwirtschaft sind die Säulen der Wirtschaft, daneben spielen Zuckerrohr und Textilindustrie eine wichtige Rolle.

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Offen für weitere Staaten

Die Allianz steht laut Vertragstext auch anderen pazifischen Staaten offen. Nach Informationen des Senders ABC dürfte Australien zunächst vor allem Länder mit eigenen Streitkräften ansprechen, darunter Neuseeland, Papua-Neuguinea und Tonga.

China hatte ähnliche Abkommen Australiens in der Vergangenheit scharf kritisiert und Canberra vorgeworfen, sie als geopolitisches Instrument einzusetzen. Die auf Sicherheitsfragen im Pazifik spezialisierte Wissenschaftlerin Anna Powles von der Massey University in Neuseeland sagte dem Sender ABC, Peking werde das neue Bündnis wahrscheinlich als Versuch strategischer Eindämmung werten.

Albanese will seine Pazifikreise in den kommenden Tagen unter anderem auf den Salomonen fortsetzen.

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