Nach einer kurzen Regenpause steuert Deutschland auf die nächste Hitzewelle zu. Für Juli und August rechnen Meteorologen mit einem überdurchschnittlich warmen Hochsommer – Spitzenwerte von über 35 Grad gelten als möglich.
Die aktuellen Berechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) deuten auf einen zu warmen Hochsommer in weiten Teilen Mitteleuropas hin.
Die Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlich warmen Juli und August liege bei rund 80 Prozent, schreibt der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau. Neue Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad seien sehr gut möglich, vereinzelt könnten im Westen und Südwesten auch Werte um 40 Grad erreicht werden. Realistische Spitzenwerte lägen laut Jung bei 41 bis 42 Grad.
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Dürre und „Scheißsommer“ für Mitteleuropa?
Der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann bewertete die neuen Monatsvorhersagen des ECMWF auf der Plattform X als ungünstig. Es gebe kaum Aussicht auf eine Wetterbesserung, schrieb Kachelmann mit Blick auf den August. „Die neuen Monatsvorhersagen des ECMWF sehen ziemlich katastrophal aus, auch für den August“, schrieb Kachelmann und fügte unmissverständlich an: „Es wird ein Scheißsommer für weite Teile Mitteleuropas.“ Sein Wetterportal warnt vor Dürre und Trockenheit.
Rund um den 4. bis 7. August lauere statistisch allerdings häufig eine Regenphase, erläuterte Jung. Danach sei mit einer stabilen Hochdrucklage zu rechnen. Ab etwa dem 12. August drehe das Wetter dann häufig: Die Temperaturen sackten ab, es werde wechselhafter, und kräftige Gewitter mischten mit.
Nächste Hitzewelle in Teilen Deutschlads bereits diese Woche
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind bis zum Wochenende in Deutschland Temperaturen von bis zu 36 Grad möglich. Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien lenke derzeit noch kühlere Luft in den Norden, während ein Hoch über Westeuropa heiße Luft aus Frankreich und Spanien in den Südwesten führe. Im Wochenverlauf dehne sich das Azorenhoch nach Mitteleuropa aus. Der Osten Deutschlands dürfte dennoch von extremen Temperaturen verschont bleiben, der DWD erwartet im Nordosten am Wochenende höchstens 31 Grad, in Berlin nur bis zu 27.
Das amerikanische GFS-Wettermodell berechnet für Sonntagabend Spitzenwerte bis 38 Grad im Südwesten Deutschlands. Uneinigkeit besteht zwischen den Modellen jedoch darüber, wie stabil die Hochdrucklage bleibt: Während das europäische Modell mehrere heiße Tage berechnet, lässt das amerikanische Modell früher Gewitter aufziehen.
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