Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat die Millionenstadt Kisangani erreicht. Das nationale Institut für öffentliche Gesundheit (INSP) bestätigte am Donnerstag laut dem Portal Actualite.cd zwei positive Testergebnisse in der Hauptstadt der Provinz Tshopo. Eine Bestätigung durch das genauere RT-PCR-Verfahren stehe noch aus.
Einer der beiden Patienten stehe in Verbindung mit der Gesundheitszone Nia-Nia in der Provinz Ituri, dem bisherigen Zentrum des Ausbruchs. Für den zweiten Fall gebe es keinen erkennbaren geografischen Bezug außerhalb von Kisangani, teilte das INSP mit. Reaktionsteams hätten mit der Verstärkung der Überwachung, der Kontaktverfolgung und weiterer Eindämmungsmaßnahmen begonnen.
Zahl der Toten steigt auf 600
Nach dem jüngsten Lagebericht der Regierung, über den Reuters berichtete, sind bislang 1.759 Menschen nachweislich mit dem Erreger infiziert. Die Zahl der Todesopfer erreichte 600, die Sterblichkeitsrate liegt demnach bei 34,1 Prozent. Innerhalb von 24 Stunden seien 51 neue Fälle und 20 weitere Todesfälle registriert worden. Die beiden Fälle aus Kisangani sind darin noch nicht enthalten.
Der Ausbruch war am 15. Mai vom Gesundheitsministerium bestätigt worden und wird durch die Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Es ist der 17. Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes. Betroffen waren bislang die östlichen Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte laut Reuters, der Ausbruch sei noch nicht eingedämmt, Bevölkerungsbewegungen würden die Ausbreitung weiter vorantreiben.
Ebola ist eine seltene, schwere Infektionskrankheit. Ausgelöst wird sie durch verschiedene Ebolaviren. Die Krankheit tritt vor allem in Ländern südlich der Sahara auf. Sie wird nicht über die Luft übertragen, sondern durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten, verunreinigten Gegenständen oder Leichen infizierter Menschen. Auch Wildtiere können das Virus auf Menschen übertragen. Impfstoffe und wirksame Medikamente sind bisher nur gegen die Zaire-Variante zugelassen.
Regierung verschärft Grenzkontrollen
Die kongolesische Regierung hatte bereits Ende Juni auf die Ausbreitungsgefahr mit drastischen Maßnahmen reagiert. Nach einem Bericht der Zeitung Le Potentiel gelten seit dem 26. Juni verschärfte Kontrollen am internationalen Flughafen N'djili in Kinshasa, darunter Temperaturmessungen, die Prüfung von Impfnachweisen und eine verpflichtende Gesundheitserklärung für Reisende. Für Menschen aus den betroffenen Ostprovinzen wurde ein 21-tägiges Verbot internationaler Reisen verhängt.
Wie Radio Okapi berichtete, hat Innenminister Jacquemain Shabani zudem in Kinshasa sowie in den Provinzen Tshopo, Haut-Uele und Bas-Uele öffentliche Versammlungen untersagt. Teile der Opposition kritisierten diese Maßnahme laut dem Sender als verfassungswidrig.
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