Studium

Bafög-Reform: Erhöhung kommt – Doch zum Teil später als geplant

Ein zentraler Baustein der großen Bafög-Reform kommt später als versprochen. Für viele Studenten bedeutet das: Der Zuschuss zur Miete steigt erst in eineinhalb Jahren.

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Teile der Bafög-Reform werden von der Regierung verschoben.

Teile der Bafög-Reform werden von der Regierung verschoben.

© Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Studenten, die nicht mehr im Elternhaus leben, müssen länger auf einen höheren Mietzuschuss beim Bafög warten. Die im Koalitionsvertrag zugesagte Anhebung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro tritt erst zum Sommersemester 2027 in Kraft – und damit ein halbes Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Darauf haben sich die Fachpolitiker von Union und SPD in Berlin verständigt.

Stufenplan bis 2029 erhöht Bafög-Grundbedarf

Am eigentlichen Ziel der Reform halten beide Seiten fest: Der monatliche Grundbedarf für Studierende soll dauerhaft dem Niveau der Grundsicherung entsprechen. Nach Darstellung der SPD wird der derzeitige Satz von 475 Euro in zwei Schritten angehoben – zunächst zum Wintersemester 2027/28 auf 503 Euro, anschließend zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro. Künftig sollen die Fördersätze zudem nach einem festen Verfahren regelmäßig überprüft und an die Grundsicherung angepasst werden.

Möglich wurde die Verzögerung durch eine Klausel im Koalitionsvertrag, wonach sämtliche Vorhaben unter einem Finanzierungsvorbehalt stehen.

Streit um Sozialleistungen im Hintergrund

In der Union hatte es zuletzt Vorbehalte gegen weitere Leistungsausweitungen gegeben. Fraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte mit Blick auf Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld und Bafög erklärt, angesichts der Haushaltslage seien Erhöhungen auf absehbare Zeit nicht zu machen.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar wertete das Ergebnis dennoch als Erfolg. Nach intensiven Verhandlungen sei es gelungen, alle vereinbarten Leistungsverbesserungen „in voller Höhe zu sichern“, sagte sie laut Deutscher Presse-Agentur (dpa). Ihr Fraktionskollege Oliver Kaczmarek betonte demnach, für Studenten bringe die Reform „mehr Geld, mehr Verlässlichkeit, weniger Bürokratie“.

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Von schwierigen Gesprächen sprach laut dpa auch die stellvertretende Unionsfraktionschefin Inge Gräßle (CDU). Der Ausbau staatlicher Leistungen lasse sich nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung trennen, sagte sie. Aufgabe der Koalition sei es, „wieder für Wirtschaftswachstum zu sorgen“

Zahl der Geförderten auf Tiefstand

Die Zahl der Bafög-Empfänger ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bezogen 2024 rund 612.800 Menschen die Leistung – so wenige wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Etwa 483.800 davon studierten, 129.000 gingen zur Schule. Deutschlandweit sind rund 2,9 Millionen Menschen an Hochschulen eingeschrieben, hinzu kommen etwa 11,5 Millionen Schüler.

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