Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Veränderungen in der Diplomatie seines Landes angekündigt, um die Umsetzung von Vereinbarungen mit Partnerstaaten über Waffenlieferungen zu beschleunigen. „Ich bereite Veränderungen in unseren diplomatischen Bemühungen vor“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Freitag laut der ukrainischen Präsidialkanzlei. Es brauche „eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit den Partnern der Ukraine“.
Vereinbarungen, die auf Ebene der Staats- und Regierungschefs getroffen worden seien, müssten „viel schneller und vollständig umgesetzt werden“, sagte Selenskyj weiter. Es dürfe nicht Wochen dauern, ein angekündigtes Hilfspaket auch auszuliefern. Welche Personen oder Posten von dem angekündigten Umbau betroffen sein sollen, ließ der Präsident offen.
Leere Bestände bei Patriot-Munition
Hintergrund der Ankündigung ist nach Angaben des Nachrichtenportals Kyiv Independent der Mangel an Abfangraketen für die US-amerikanischen Patriot-Systeme. Diese gelten als das einzige System im ukrainischen Bestand, das russische ballistische Raketen abfangen kann.
Bei einem russischen Großangriff auf Kiew und die umliegende Region am 6. Juli konnte die ukrainische Flugabwehr laut dem Portal keine der 23 ballistischen und sechs Hyperschallraketen abfangen. Mindestens 26 Menschen wurden getötet. Bei einem weiteren Angriff in der Nacht zum 11. Juli wurden nach Angaben ukrainischer Stellen zwölf Menschen verletzt.
Lizenz für Patriot-Produktion im Blick
Selenskyj nannte konkret die Vereinbarung mit den USA über Lizenzen zur Produktion von Patriot-Raketen sowie die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern beim Aufbau eigener ballistischer Abwehrsysteme. US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Juli am Rande des Nato-Gipfels in Ankara zugesagt, der Ukraine eine Produktionslizenz für die Abfangraketen zu erteilen. „Wir werden euch eine Lizenz geben“, sagte Trump an der Seite Selenskyjs.
Zudem verwies der Präsident auf die beim Nato-Gipfel zugesagten Militärhilfen. Die Verbündeten hatten Kiew für das Jahr 2026 Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung im Wert von rund 70 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
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