Iran-Krieg

Trump verkündet Seeblockade gegen den Iran – und 20-Prozent-Abgabe auf jede Fracht

Die USA wollen iranische Schiffe und deren Handelspartner stoppen. Wie die angekündigte Abgabe von 20 Prozent eingezogen werden soll, ließ Trump offen.

5 Min
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

© Charlie Neibergall/AP

US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme der amerikanischen Seeblockade gegen den Iran angekündigt. Schiffe des Landes und dessen Handelspartner sollen daran gehindert werden, iranische Häfen anzusteuern oder zu verlassen. Zugleich will Trump für die Sicherung der Straße von Hormus eine Abgabe von 20 Prozent auf sämtliche transportierte Fracht verlangen.

„Die Straße von Hormus ist offen und wird offen bleiben, mit oder ohne den Iran“, schrieb Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social. Die USA setzten die sogenannte „iranische Blockade“ wieder in Kraft. Sie richte sich ausschließlich gegen iranische Schiffe und deren Kunden. Alle anderen Länder sollten einen „fairen und offenen“ Zugang zur Meerenge erhalten.

Trump erklärte die Vereinigten Staaten zugleich zum „Wächter der Straße von Hormus“. Für den Schutz und die Sicherung der Wasserstraße müssten die USA entschädigt werden. Dafür werde eine Abgabe „in Höhe von 20 Prozent auf alle transportierten Waren“ erhoben. Die Vorbereitungen sollten umgehend beginnen.

Trump lässt Umsetzung der 20-Prozent-Abgabe offen

Wie die Abgabe berechnet und eingezogen werden soll, erklärte Trump nicht. Aus seinem Beitrag geht auch nicht hervor, ob sich die 20 Prozent auf den Wert der Fracht beziehen, welche Schiffe zahlen müssten und welche amerikanische Behörde das Geld erheben soll. Unklar bleibt zudem, wen Trump mit den „Kunden“ des Iran meint. Die Formulierung könnte auch ausländische Reedereien und Handelspartner erfassen, die iranische Häfen anlaufen. Eine Stellungnahme des Weißen Hauses oder des Pentagon mit Einzelheiten lag zunächst nicht vor.

Bereits am Vormittag hatte Trump in einem Telefoninterview mit dem Sender Fox News angekündigt, die USA würden die Kontrolle über die Meerenge übernehmen. „Wir werden zum Wächter der Straße“, sagte er. Washington müsse für die dadurch entstehenden Kosten von anderen Staaten entschädigt werden.

Abkommen zwischen den USA und dem Iran droht zu scheitern

Die Ankündigung stellt das im Juni geschlossene Übergangsabkommen zwischen Washington und Teheran infrage. Darin hatten sich beide Seiten auf eine Waffenruhe, die Öffnung der Straße von Hormus für gebührenfreie Schifffahrt und die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade verständigt. Weitere Verhandlungen sollten innerhalb von 60 Tagen folgen. Nach neuen Angriffen betrachtet Trump die Waffenruhe inzwischen als beendet. „Wir hatten eine Vereinbarung. Sie war fertig, und dann haben sie sie gebrochen“, sagte er Fox News. Die USA würden den Iran nun „sehr hart“ treffen.

Der Krieg wurde am 28. Februar von Israel und den USA mit Angriffen auf den Iran begonnen. In den vergangenen Tagen nahmen die gegenseitigen Angriffe erneut deutlich zu.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, amerikanische Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait angegriffen zu haben. Zudem seien Radarsysteme im Oman sowie Treibstofflager und Munitionsdepots auf einem Stützpunkt in Jordanien getroffen worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das US-Militär teilte seinerseits mit, iranische Luftabwehrsysteme, Küstenradaranlagen, Raketen- und Drohnenstellungen sowie kleinere Schiffe angegriffen zu haben. Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna griffen die USA am Montag außerdem militärische Ziele auf der Insel Keschm sowie in Bandar Abbas und Abadan an.

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Der Iran weist Trumps Anspruch auf die Meerenge zurück

Der Iran bestreitet, dass die USA über die Zukunft der Straße von Hormus entscheiden können. „Wir behaupten weiterhin mit Stärke und Macht unsere Autorität und Kontrolle über die Straße von Hormus“, sagte ein Sprecher der Revolutionsgarden nach Angaben staatlicher iranischer Medien. Die Revolutionsgarden erklärten, eine Rückkehr zum regulären Schiffsverkehr sei nur möglich, wenn die USA ihre militärischen Eingriffe in der Meerenge beendeten. Das iranische Außenministerium will nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Oman einen Mechanismus zur Steuerung des Schiffsverkehrs entwickeln.

Teheran hatte die Meerenge am Wochenende nach einer aus iranischer Sicht nicht genehmigten Durchfahrt erneut für geschlossen erklärt. Washington widerspricht dieser Darstellung und spricht von weiterhin fließendem Verkehr.

Schiffsverkehr durch Straße von Hormus bricht ein – Ölpreise steigen

Daten der Plattform MarineTraffic zeichnen jedoch ein anderes Bild. Demnach ging der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus vom 10. bis 12. Juli gegenüber der Vorwoche um rund 52 Prozent zurück. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Sonntag lediglich sechs Tanker die Meerenge. Flüssiggastanker wurden am Wochenende überhaupt nicht registriert.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Vor Beginn des Krieges wurde durch die Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Erdöl und Flüssiggas transportiert.

Die erneute Eskalation ließ die Ölpreise am Montag steigen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte zeitweise um mehr als drei Prozent zu. Händler fürchten, dass eine erneute amerikanische Blockade iranischer Häfen und weitere Kämpfe um die Meerenge die weltweiten Energielieferungen abermals stark beeinträchtigen könnten.

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