Ein heftiges Gewitter mit Starkregen und großen Hagelkörnern hat am Montagabend Teile Westmecklenburgs verwüstet. Besonders betroffen waren Wittenburg, Hagenow und Zarrentin am Schaalsee.
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gingen innerhalb einer Stunde rund 168 wetterbedingte Notrufe bei der Leitstelle Westmecklenburg ein. Das teilte ein Sprecher der Leitstelle der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Feuerwehr musste vollgelaufene Keller auspumpen und umgestürzte Bäume beseitigen. Auch in der Nacht seien Einsatzkräfte noch im Einsatz gewesen, um Notrufe abzuarbeiten.
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Hagel musste aus dem Weg geräumt werden
Nach Angaben der Leitstelle sammelten sich stellenweise so große Mengen Hagel auf dem Boden an, dass Radlader zum Räumen eingesetzt werden mussten. Es habe ausgesehen wie nach winterlichem Schneefall. Aus Zarrentin wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern gemeldet. Über Verletzte lagen der Leitstelle zunächst keine Erkenntnisse vor, auch zur Schadenshöhe konnte sie keine Angaben machen.
Hagelkörner schlugen Löcher in Dächer, die Einsatzkräfte berichteten zudem von überfluteten Straßen und Kellern, umgestürzten Bäumen und teils schweren Schäden an Fahrzeugen. Am Bahnhof Ludwigslust strandeten nach Angaben des Polizeipräsidiums Rostock in der Nacht rund 35 Reisende, darunter sechs Kinder, nachdem die Zugverbindung nach Hamburg aufgrund des Unwetters ausgefallen war. Wegen der gesunkenen Temperaturen und der Wartezeit auf Ersatzbusse versorgten Polizeibeamte die Betroffenen mit Decken und Wasser.
In Wittenburg standen nach Angaben von Bürgermeister Christian Greger gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) Straßen teils zehn bis 20 Zentimeter unter Wasser. Zahlreiche Abläufe seien verstopft gewesen, sodass Wasser in mehrere Häuser eingedrungen sei. Die Stadt richtete eine Katastrophenschutz-Einsatzleitung ein.
Im Bereich des Süßwarenherstellers Trolli in Hagenow soll das Wasser laut Berichten zeitweise hüfthoch gestanden haben. In der LUP-Klinik in Hagenow fiel nach einem Wasserschaden das Röntgengerät aus. Auch die Druckerei der Schweriner Volkszeitung wurde geflutet, weshalb sich die Auslieferung der Lokalzeitungen verzögert. Die Ausgaben wurden ersatzweise in Schleswig-Holstein gedruckt.
Auswirkungen auf den Verkehr hatte das Unwetter nach ersten Informationen des Polizeipräsidiums Rostock nicht. Unfälle oder sonstige Vorkommnisse aufgrund des Wetters seien am Abend nicht bekannt geworden. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim vor heftigem Regen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter pro Stunde gewarnt.
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