Medien

Nach Ausladung: ZDF veröffentlicht Sondersendung zu „Keine Angst“ von Danger Dan

Nach der Ausladung des Musikers aus der Satiresendung „Die Anstalt“ reagiert das ZDF mit einer eigenen Ausgabe des Kulturmagazins „Aspekte“.

2 Min
Danger Dan kritisiert das ZDF scharf.

Danger Dan kritisiert das ZDF scharf.

© Bernd Wüstneck/dpa

Das ZDF hat angekündigt, eine Sonderausgabe seines Kulturmagazins „Aspekte“ zum Song „Keine Angst“ des Rappers Danger Dan herauszubringen. Die Sendung ist für diesen Samstag (18. Juli) geplant. Text und Aussage des Liedes erforderten eine gründliche journalistische Einordnung, teilte der Sender mit.

Hintergrund ist die kurzfristige Ausladung von Danger Dan (bürgerlich Daniel Pongratz) und dem Pianisten Igor Levit aus der 100. Ausgabe der Satiresendung „Die Anstalt“, die am Dienstag (21. Juli) ausgestrahlt wird. Beide Künstler sollten den Song dort gemeinsam präsentieren.

Danger Dan beklagt „Eingriff in die Meinungsfreiheit“

Der Sender begründete die Absage damit, dass der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Das stehe im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien. „Aber nach intensiver redaktioneller Bewertung, in die auch das Justitiariat des ZDF eingebunden war, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Text des Liedes als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden kann, der Selbstjustiz propagiert und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschließt“, teilte das ZDF mit. Vier Vornamen, die am Ende des Songs mit „lieben Grüßen“ bedacht würden, seien identisch mit Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil bereits rechtskräftig verurteilter Linksextremisten.

Die Sonderausgabe von „Aspekte“ werde sich mit dem Lied und dessen Thema „Widerstand gegen Rechtsextremismus“ befassen. Auch das Team der „Anstalt“ werde sich dabei kritisch mit der Ausladung auseinandersetzen, so der Sender.

Den Unmut Danger Dans über die Kurzfristigkeit der Absage könne man nachvollziehen, teilte das ZDF weiter mit. Ein Gesprächsangebot an den Musiker zur Erläuterung der Entscheidung sei bisher unbeantwortet geblieben.

Danger Dan und Levit hatten das Vorgehen des Senders zuvor auf Instagram als „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“ bezeichnet und als „skandalös“ kritisiert. Wörtlich erklärten die beiden Künstler: „Das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt“. Debatten über einzelne Textzeilen gehörten in einer Demokratie dazu, ein Eingreifen einer Intendanz in Sendungen jedoch nicht. Nach eigenen Angaben lag der Text dem Sender bereits seit Wochen vor, auch der hauseigene Justiziar habe zugestimmt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner