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Rücktrittsfolgen

17.300 Euro im Monat: Was Jens Spahn nach seinem Rücktritt noch verdient

Jens Spahn hat seinen Posten als Unions-Fraktionschef verloren – freiwillig. Kassiert wird trotzdem: Nur eine lukrative Zulage ist Geschichte.

4 Min
Jens Spahn, inzwischen Ex-Vorsitzender der Unions-Fraktion im Bundestag. Sahne.

Jens Spahn, inzwischen Ex-Vorsitzender der Unions-Fraktion im Bundestag. Sahne.

© Kay Nietfeld/dpa

Jens Spahns Gehalt bleibt auch nach seinem Rücktritt beachtlich. Der 46-Jährige hat am Samstag seinen Posten als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufgegeben – nach massiver Kritik an seiner in den USA in Anspruch genommenen Leihmutterschaft. Politisch bedeutet der Schritt für den ehemaligen Gesundheitsminister einen tiefen Einschnitt. Finanziell fällt er deutlich milder aus.

Denn Spahn bleibt Abgeordneter im Bundestag. Seine monatlichen Bezüge dafür laufen weiter. Verloren geht ihm allerdings die Funktionszulage, die er als Fraktionsvorsitzender zusätzlich erhalten hat. Wie viel bleibt, wie viel fällt weg: ein Überblick.

Wie viel Gehalt bekommt Spahn als Abgeordneter noch?

Als einfacher Bundestagsabgeordneter erhält Spahn weiterhin seine Diät. Diese Entschädigung beträgt seit dem 1. Juli 2025 monatlich 11.833 Euro.

Eine geplante automatische Erhöhung um rund 500 Euro lehnten die Abgeordneten ab. Bei der Auszahlung ist es im Sommer 2026 dennoch komplizierter: Für Juli wurde laut Bundestag zunächst der erhöhte Betrag von 12.330,48 Euro überwiesen. Der Aufschlag von 497,01 Euro soll im August wieder abgezogen werden, ab September gilt erneut der niedrigere Wert.

In besseren Zeiten: Spahn und Nachfolger Frei.

In besseren Zeiten: Spahn und Nachfolger Frei.

© Niklas Graeber/dpa

Zur Diät kommt eine steuerfreie Kostenpauschale. Sie liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 5.467,27 Euro im Monat und deckt Ausgaben rund um das Mandat – etwa den Zweitwohnsitz in Berlin oder das Wahlkreisbüro. Spahn hatte bei der Bundestagswahl 2025 mit 41,8 Prozent das Direktmandat im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I gewonnen.

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Diät und Pauschale zusammen ergeben eine monatliche Summe von rund 17.300 Euro.

Als Bundestagsabgeordneter erhält Jens Spahn weiterhin Diät und steuerfreie Kostenpauschale – zusammen rund 17.300 Euro im Monat.

Welche Zulage verliert Spahn durch den Rücktritt?

Mit dem Chefposten verliert Spahn seine Funktionszulage als Fraktionsvorsitzender. Diese wird aus dem Haushalt der CDU/CSU-Fraktion gezahlt, finanziert aus staatlichen Mitteln.

Wie hoch die Zulage genau war, ist offiziell nicht bekannt. Die Unionsfraktion teilte bereits im vergangenen Jahr mit: „Eine Aufschlüsselung auf die einzelnen Funktionen geben wir grundsätzlich nicht öffentlich bekannt.“

Ein Anhaltspunkt: Laut Handelsblatt beläuft sich die Parteisteuer eines Fraktionsvorsitzenden auf 1200 Euro monatlich – ein Niveau, das dem von Ministern ähnelt. Daraus lässt sich ein möglicher Zusatzverdienst von 10.000 bis 12.000 Euro monatlich ableiten. Bestätigt ist diese Rechnung jedoch nicht.

Verfassungsrechtlich ist eine solche Zulage gerade für Fraktionsvorsitzende zulässig. Das Bundesverfassungsgericht entschied 2000, dass Extra-Zahlungen für viele andere Parlamentsfunktionen unzulässig sind, für Fraktionschefs aber mit der Verfassung vereinbar sein können.

Welche Mittel bleiben Spahn über das Gehalt hinaus?

Neben Diät und Kostenpauschale steht Spahn als Abgeordnetem 2026 ein separater Mitarbeiteretat von 27.396 Euro monatlich zu. Wichtig für die Einordnung: Dieses Geld ist kein persönliches Einkommen. Es fließt nicht an Spahn selbst, sondern wird von der Bundestagsverwaltung direkt für die Gehälter seiner Mitarbeiter abgerechnet.

Nahe Angehörige sowie aktuelle oder frühere Lebenspartner dürfen dabei nicht auf Kosten des Bundeshaushalts beschäftigt werden. Parlamentarische Ressourcen und privates Gehalt sind also klar zu trennen.

Was zahlen andere Parteien ihren Fraktionschefs?

Bei anderen Fraktionen ist mehr über die Zulagen bekannt. So sollen die Zahlungen an die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla im vergangenen Jahr auf rund 12.000 Euro verdoppelt worden sein.

Bei den Grünen erhalten die Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann nach damaligen Angaben 50 Prozent ihrer Diät zusätzlich – also knapp unter 6000 Euro.

Diese Werte zeigen: Die Größenordnung von Spahns weggefallener Zulage dürfte erheblich sein, auch wenn die konkrete Summe im Dunkeln bleibt.

Was wissen wir also?

Der Rücktritt kostet Jens Spahn spürbar Geld – aber lange nicht alles. Sein Gehalt als Abgeordneter bleibt mit rund 17.300 Euro monatlich (11.833 Euro Diät plus 5.467,27 Euro steuerfreie Pauschale) gesichert.

JaWeg ist dagegen die Funktionszulage als Fraktionsvorsitzender, deren genaue Höhe die Union nicht offenlegt. Schätzungen im Bereich von 10.000 bis 12.000 Euro sind plausibel, aber unbestätigt.

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