US-Präsident Donald Trump hat dem Iran weitere schwere Angriffe angedroht und dabei ein mögliches Ziel ausdrücklich genannt. Die Vereinigten Staaten seien mit dem Iran „noch lange nicht fertig“, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.
Im Zentrum seiner Drohung steht Pickaxe Mountain, eine bislang nicht angegriffene unterirdische Anlage wenige Kilometer südlich des iranischen Nuklearkomplexes Natans. Die USA vermuten, dass der Iran dort Teile seines Atomprogramms unterbringen könnte.
„Wir werden dieses Gebiet wahrscheinlich ziemlich bald und sehr heftig angreifen“, sagte Trump. Trump behauptete, militärische Ziele normalerweise nicht im Voraus bekannt zu geben. Pickaxe Mountain hatte er allerdings bereits eine Woche zuvor öffentlich als mögliches Angriffsziel genannt. Der Iran könne ohnehin „nichts dagegen tun“, sagte der Präsident.
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Trump nennt Pickaxe Mountain als mögliches Angriffsziel
Westliche Fachleute beobachten Pickaxe Mountain, auf Persisch Kuh-e Kolang Gaz La, bereits seit Jahren. Satellitenbilder zeigen mehrere Tunnel, die tief in den Berg führen. Internationale Atominspektoren hatten bislang keinen Zugang zu der Anlage. Deshalb ist nicht unabhängig bestätigt, welchem Zweck sie dient.
Trump sagte, der Iran habe möglicherweise für den Bau einer Atomwaffe wichtige Komponenten dorthin gebracht. Zugleich räumte er ein, dass diese Angaben nicht bestätigt seien. Nach Recherchen der Financial Times liegt die Anlage noch tiefer und ist stärker geschützt als die Atomanlage Fordo, die 2025 von amerikanischen Bombern angegriffen wurde. Selbst die schwersten bunkerbrechenden Bomben der USA könnten dort an ihre Grenzen stoßen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Trump angekündigt, die USA würden Pickaxe Mountain „ausschalten“. „Sagt den Iranern, sie sollen bereit sein“, sagte er damals in einer Radiosendung. Nun wiederholte er die Drohung im Weißen Haus.
Nach Trumps Darstellung würde der Iran mindestens 20 bis 25 Jahre benötigen, um die bisherigen Kriegsschäden zu beheben. „Wir ziehen jetzt noch nicht ab“, sagte der Präsident. Teheran wolle sich „verzweifelt“ mit den USA treffen. Solange der Iran jedoch nicht zu ernsthaften Gesprächen bereit sei, habe Washington daran kein Interesse.
Trump droht auch den Huthis
Trump warnte zugleich die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz vor einer Blockade saudiarabischer Häfen. „Falls so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern“, sagte er. Die USA hätten die Huthis bereits früher angegriffen. Die Miliz hatte am Montag eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und mit Angriffen auf Schiffe gedroht, die saudisches Öl transportieren. Zwei beladene Tanker änderten daraufhin bereits ihre Route. Damit gerät neben der weitgehend blockierten Straße von Hormus auch der Seeweg durch das Rote Meer unter Druck – die wichtigste Ausweichroute für Saudi-Arabiens Ölexporte.
Die Huthi-Drohung folgte auf neue Kämpfe im Jemen. Regierungstruppen hatten versucht, die Landung eines iranischen Flugzeugs in Sanaa zu verhindern. Anschließend griffen die Huthis den Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens mit Raketen und Drohnen an. Es waren die schwersten Gefechte seit der 2022 vereinbarten Waffenruhe.
Kämpfe zwischen den USA und dem Iran halten an
Trumps Drohungen kommen inmitten neuer schwerer Kämpfe zwischen den USA und dem Iran. Das US-Militär griff in der Nacht zum Dienstag zum zehnten Mal in Folge Ziele im Iran an. Nach Angaben des Zentralkommandos wurden unter anderem militärische Kommandozentren, Raketenstellungen, Drohnenabschussplätze und Luftabwehrsysteme bombardiert. Der Iran antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stellungen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. In Kuwait und Bahrain heulten erneut die Warnsirenen.
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