Kabinett-Umbau

„Was hat er damit zu tun?“ Warum Carsten Linnemann 2025 noch nicht Gesundheitsminister werden wollte

Noch im vergangenen Jahr lehnte Linnemann eine Übernahme des Gesundheitsministeriums ab. Doch nun soll er genau dieses Ressort übernehmen.

3 Min
Carsten Linnemann (CDU) hatte sich bisher noch kritisch zu einem Amt als Gesundheitsminister geäußert.

Carsten Linnemann (CDU) hatte sich bisher noch kritisch zu einem Amt als Gesundheitsminister geäußert.

© Thomas Banneyer/dpa

Ein Video von Mai 2025 des designierten Gesundheitsministers Carsten Linnemann (CDU) sorgt derzeit für Aufsehen. Am Freitag wurde bekannt, dass Linnemann, bisher noch stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, auf Nina Warken folgen soll.

Im Gespräch mit dem Sender Phoenix sagte Linnemann noch 2025: „Ich wäre auch nicht erfolgreich gewesen. Wenn Sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat er damit zu tun?“

Doch nun soll der CDU-Generalsekretär als Gesundheitsminister in die Bundesregierung einziehen. Ausgelöst hat den Wechsel der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn. In der Folge verschieben sich nach Medienberichten gleich mehrere Spitzenämter. Wer künftig welchen Posten übernimmt – und was hinter dem Umbau steckt.

Wie Linnemann Gesundheitsminister werden soll

Der Weg für Carsten Linnemann ins Gesundheitsressort öffnet sich erst durch eine Kette von Wechseln. Das Ministerium wird frei, weil die amtierende Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) an die Spitze des Kanzleramts wechseln soll. Linnemann würde damit vom Parteimanager zum Bundesminister aufsteigen. Seine eigenen Zweifel an einer solchen Rolle hatte er zuvor offen ausgesprochen.

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Am Anfang der Rochade steht der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef im Bundestag. Der 46-jährige CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen hatte öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Nach scharfer Kritik – auch aus den eigenen Reihen – zog Spahn die Konsequenz.

Der Rücktritt setzt eine mehrstufige Personalkette in Gang. Bundeskanzler Friedrich Merz baut damit seine Regierung um.

Die wichtigsten Wechsel im Kabinett im Überblick:

  • Thorsten Frei (CDU): Der bisherige Kanzleramtschef soll neuer Fraktionsvorsitzender werden und damit Spahn nachfolgen.
  • Nina Warken (CDU): Die Gesundheitsministerin soll an die Spitze des Kanzleramts rücken. Ihre Zusage verzögerte sich laut Berichten aus familiären Gründen.
  • Carsten Linnemann (CDU): Der Generalsekretär soll das frei werdende Gesundheitsressort übernehmen.
  • Franziska Hoppermann (CDU): Die bisherige Schatzmeisterin der Partei soll Linnemanns Posten als Generalsekretärin erben.

Auch im Kanzleramt selbst gibt es einen Wechsel: Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (CDU), soll den Bund-Länder-Beauftragten Michael Meister ablösen.

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