KI-Strom

Rechenzentren und Stromkosten: Wer in Deutschland für KI-Hunger zahlt – und wie die USA es regeln wollen

Rechenzentren verbrauchen immer mehr Strom. In den USA soll ein Gesetz Betreiber zur Kasse bitten. Deutschland setzt auf einen anderen Weg.

3 Min
Blick auf die Infineon Smart Power Fab bei Dresden

Blick auf die Infineon Smart Power Fab bei Dresden

© Robert Michael/dpa

Die Debatte um Rechenzentren und ihre Stromkosten hat zuletzt an Schärfe gewonnen. In den USA hat ein Ausschuss des Repräsentantenhauses vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf einstimmig gebilligt, der große Rechenzentren stärker an Kosten für den Netzausbau beteiligen soll.

Für Deutschland stellt sich dieselbe Grundfrage: Wer trägt die Kosten für die Strominfrastruktur, die der KI-Boom erfordert – die Betreiber selbst, die Netzbetreiber oder am Ende die Allgemeinheit?

Die deutsche Antwort fällt bislang anders aus als die US-amerikanische. Hierzulande stehen vor allem Effizienzvorgaben, Anforderungen an Abwärmenutzung, Transparenzpflichten und Vorgaben zum Einsatz erneuerbarer Energien im Vordergrund.

Wie viel Strom Rechenzentren verbrauchen

Der Stromverbrauch aller Rechenzentren in Deutschland lag 2024 bei rund 20 Terawattstunden pro Jahr. Das entsprach etwa 3,9 Prozent des deutschen Stromverbrauchs.

Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Bruttostromverbrauch lag 2025 bei 526 Terawattstunden. Bundesweit sind Rechenzentren damit noch kein dominanter Verbraucher wie Industrie oder Haushalte.

Regional sieht das anders aus. Weil sich die Anlagen an wenigen Standorten – etwa rund um Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet sowie zunehmend auch in Berlin – konzentrieren und dauerhaft hohe Leistungen benötigen, können sie lokal zu einem Engpass werden.

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Warum der Bedarf weiter wächst

Die Richtung der Prognosen ist klar, die Spannweite aber groß. Die Bundesregierung nennt für 2030 Studienwerte von 25–35 Terawattstunden jährlich für Rechenzentren.

In einem Szenario der Übertragungsnetzbetreiber liegen für 2037 beziehungsweise 2045 sogar 39–88 Terawattstunden im Raum. Das ist keine feste Vorhersage, sondern hängt stark davon ab, wie schnell KI und Cloud-Dienste wachsen und wie effizient neue Anlagen arbeiten.

Auch die installierte Kapazität steigt deutlich: Sie lag 2024 bei über 2.730 Megawatt, für 2030 werden mehr als 4.800 Megawatt erwartet.

Der Streit um die Netzkosten

Der hiesige Konflikt um die Netzkosten ähnelt dem in den USA – nur ist er in Deutschland nicht in einem eigenen Rechenzentrums-Gesetz entschieden. Netzentgelte werden vom Netzbetreiber erhoben und regulatorisch festgelegt; sie enthalten auch Kosten vorgelagerter Netze.

Die Bundesnetzagentur diskutiert ohnehin eine grundsätzliche Reform der Netzentgeltsystematik für Industrie und Gewerbe. Die offene politische Frage lautet: Soll ein Großverbraucher mit dauerhaft hoher Last stärker für die von ihm ausgelösten Netzverstärkungen aufkommen?

Interessant am US-Ansatz ist für Deutschland vor allem ein Punkt: finanzielle Sicherheiten für den Netz- und Erzeugungsausbau, falls ein sehr großes Rechenzentrum seine Pläne zurücknimmt. Eine solche explizite, bundesweite Absicherung speziell für KI-Rechenzentren steht hierzulande derzeit nicht im Zentrum der Gesetzgebung.

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