Ein starkes Erdbeben hat am Sonntagabend die Nordinsel Neuseelands erschüttert. Nach Angaben des neuseeländischen Erdbebendienstes GeoNet erreichte es eine Stärke von 5,7. Das Zentrum lag zehn Kilometer südlich des Küstenortes Te Araroa in rund 40 Kilometern Tiefe. Das Beben ereignete sich um 20.35 Uhr Ortszeit. GeoNet stufte die Erschütterungen als „stark“ ein.
Innerhalb kurzer Zeit gingen bei dem Erdbebendienst 5240 Meldungen von Menschen ein, die das Beben gespürt hatten. Die Erschütterungen waren über weite Teile der Nordinsel wahrnehmbar. Nutzer berichteten dem Sender 1News von einem deutlichen Schwanken in Wellington. Auch aus Waihi Beach, mehrere Hundert Kilometer vom Zentrum entfernt, wurden lange und starke Bewegungen gemeldet.
Immer mehr Neuseeländer wandern aus – auch Ex-Premierministerin Jacinda Ardern zieht nach Australien
Gab es Schäden und Verletzte?
Berichte über Verletzte oder Schäden lagen nach Angaben des neuseeländischen Zivilschutzes auch mehrere Stunden später nicht vor. Die Behörde erinnerte die Bevölkerung dennoch an die geltenden Verhaltensregeln. Während eines Bebens sollten Menschen sich zu Boden begeben, Schutz suchen und festhalten. Wer sich an der Küste befindet und lange oder starke Erschütterungen spürt, soll nicht auf eine offizielle Warnung warten, sondern sofort höher gelegenes Gelände aufsuchen.
Der deutsche Geoforschungsdienst GFZ hatte die Stärke zunächst mit 5,9 und die Tiefe mit zehn Kilometern angegeben. GeoNet korrigierte die Werte nach der Auswertung seiner Messdaten auf 5,7 und 40 Kilometer. Für die weitere Berichterstattung sind die überprüften Angaben des lokalen Erdbebendienstes maßgeblich.
Mehrere spürbare Beben innerhalb weniger Tage
Das Beben bei Te Araroa folgte auf mehrere Erdstöße in unterschiedlichen Teilen Neuseelands. Am Samstag registrierte GeoNet ein Beben der Stärke 5,2 nahe Te Anau auf der Südinsel. In der Nacht zuvor hatte ein Beben der Stärke 4,6 die Region nordwestlich von Porirua erschüttert. Bereits eine Woche zuvor war nahe Taumarunui ein flaches Beben der Stärke 5,9 gemessen worden. Der Zivilschutz sprach deshalb von einigen „unruhigen Tagen“, ohne einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen herzustellen.
Erdbeben sind in Neuseeland häufig. Das Land liegt an der Grenze zwischen der Pazifischen und der Australischen Platte. Deren Bewegung baut Spannungen in der Erdkruste auf, die sich immer wieder in Erdstößen entladen.
Erdbeben Phlegräische Felder: Rekordstoß erschüttert Supervulkan – Forscher warnt vor dem Schlimmsten
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]