Auf der Brücke am Schmarler Damm in Rostock gelten seit Dienstag Verkehrseinschränkungen. Autos werden durch eine Ampel abwechselnd über den südlichen Fahrstreifen geführt. Mit der vorsorglichen Maßnahme will die Stadt die Belastung des Bauwerks verringern.
Auslöser sind auffällige Werte des Monitoringsystems, mit dem der Zustand der Brücke fortlaufend überwacht wird. Die Messwerte wichen von den Erwartungen ab, teilte die Stadt mit. Welche Größen konkret betroffen sind und wie stark die Abweichungen ausfallen, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Der Schmarler Damm verbindet den Bereich um die Hamburger Straße und Marienehe mit Schmarl sowie der B 105/Warnowallee. Von dort gelangt man über die Stadtautobahn weiter nach Warnemünde. Die Brücke wird daher auch von Fahrzeugen genutzt, die aus südlichen oder westlichen Rostocker Stadtteilen nach Warnemünde fahren.
Sonderprüfung soll Ursache klären
Nach Angaben des Rostocker Tiefbauamtes laufen Kontrollmessungen. Zusätzlich soll noch in dieser Woche eine Sonderprüfung durch Fachfirmen stattfinden. Dabei soll auch untersucht werden, ob ein technischer Defekt an den Messgeräten oder ein Messfehler für die auffälligen Werte verantwortlich sein könnte.
Mit ersten Ergebnissen rechnet die Stadt Ende dieser oder Anfang der kommenden Woche. Anschließend soll entschieden werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Eine Vollsperrung wurde bislang nicht angeordnet. Auch Hinweise auf eine unmittelbare Einsturzgefahr gibt es nach dem derzeitigen Informationsstand nicht.
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Fußgänger und Radfahrer können die Brücke weiterhin passieren. Einschränkungen für den Bahnverkehr unterhalb des Bauwerks wurden ebenfalls nicht gemeldet. Wie lange die Ampelregelung bestehen bleibt, hängt von den Ergebnissen der Untersuchungen ab.
Brücke stammt aus DDR-Zeiten
Die Brücke am Schmarler Damm wurde in den 1970er-Jahren errichtet und führt über Bahngleise im Rostocker Nordwesten. Ihr baulicher Zustand bereitet der Stadt bereits seit längerer Zeit Sorgen. In offiziellen Planungs- und Vergabeunterlagen werden Defizite bei der Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit genannt. Auch Spannungsrisskorrosion wurde von der Stadt in der Vergangenheit als Problem beschrieben.
Dabei können Risse in bestimmten Spannstählen entstehen, die im Inneren des Betons liegen und von außen nur schwer zu erkennen sind. Das Bauwerk wird deshalb technisch überwacht und regelmäßig untersucht.
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Bereits Ende 2023 war der Verkehr auf der Brücke vorübergehend eingeschränkt worden. Damals hatten sich Schäden an einer Übergangskonstruktion stark ausgeweitet. Im März dieses Jahres folgte eine weitere halbseitige Sperrung. Diese stand allerdings nicht im Zusammenhang mit den nun auffälligen Messwerten: Auf dem Gehweg wurden Tiefenbohrungen vorgenommen, um den Baugrund für den geplanten Ersatzneubau zu untersuchen.
Ersatzneubau ist bereits in Vorbereitung
Dass die Brücke ersetzt werden muss, stand bereits vor der aktuellen Entwicklung fest. Die Planungen und erste Ausschreibungen für einen Neubau laufen. Während der eigentlichen Bauarbeiten ist nach bisherigen Planungen eine Vollsperrung des Schmarler Damms im Bereich der Brücke vorgesehen.
Wann die Arbeiten beginnen und wie sie zeitlich aufgeteilt werden, ist noch nicht abschließend klar. In bisherigen Angaben ist von vorbereitenden Schritten ab Ende 2027 und einem Abriss der alten Brücke im Jahr 2028 die Rede. Die Sperrung könnte mindestens anderthalb Jahre dauern.
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Die Verbindung ist nicht nur für den alltäglichen Verkehr im Rostocker Nordwesten von Bedeutung. Nach kommunalen Planungsunterlagen wird sie auch als Ausweichroute für Rettungsfahrzeuge benötigt. Umso wichtiger ist für die Stadt nun, ob die aktuellen Messwerte lediglich auf ein technisches Problem zurückgehen – oder ob sich der Zustand der Brücke weiter verschlechtert hat.
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