Der Sommer 2026 legt noch einmal nach. Am Freitag erreicht die dritte Hitzewelle dieses Jahres ihren Höhepunkt – und danach geht es steil bergab.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Freitag landesweit 31 bis 38 Grad. In den wärmsten Regionen im Westen und Südwesten schließt der Wetterdienst auch 39 Grad nicht aus.
Schon der Donnerstag liefert die Vorstufe: 30 bis 37 Grad, dazu ein oft völlig freier Himmel. „Meist scheint die Sonne von früh bis spät, oft sogar von einem wolkenlosen Himmel“, sagte DWD-Meteorologe Markus Übel dem ZDF.
Wo es am Freitag am heißesten wird
Der Hitzeschwerpunkt liegt im Westen und Südwesten – am Oberrhein, in der Kurpfalz und im Rhein-Main-Gebiet.
Etwas glimpflicher kommen der Nordosten und die Küsten davon. Nordöstlich der Elbe bleiben die Werte laut DWD spürbar darunter.
Der Wind weht schwach bis mäßig, größere Abkühlung bringt er nicht. Auf der Alb und im höheren Bergland bleibt es mit gut 31 Grad schwülheiß.
Die Nächte sind das eigentliche Problem
Gefährlich wird eine Hitzewelle selten am Nachmittag. Gefährlich wird sie, wenn der Körper nachts nicht mehr herunterkühlt.
Genau das steht bevor: In den Ballungsräumen im Südwesten, Westen und Norden sinken die Temperaturen in der Nacht zum Samstag laut DWD nicht unter 20 Grad. Das ist die Schwelle zur Tropennacht.
In Muldenlagen und im Bergland sind dagegen Tiefstwerte um 12 Grad möglich. Die Spanne innerhalb einer einzigen Nacht beträgt damit fast zehn Grad.
Ab Samstag Unwetter: Hagel und Starkregen im Westen
Am Samstag ist der Höhepunkt überschritten – aber Entspannung ist das nicht.
Im Osten und Süden wird es noch einmal sonnig und mit 30 bis 37 Grad hochsommerlich. Im Westen dagegen bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken, aus denen teils heftige Schauer und Gewitter entstehen.
Der DWD rechnet dabei lokal mit Unwettern durch Hagel und Starkregen. Im Nordwesten wird die 30-Grad-Marke dann nicht mehr geknackt.
Am Sonntag greift die unbeständige Luft auf weite Teile des Landes über. Das Gewitterpotenzial nimmt deutlich zu.
Von 39 auf 22 Grad: der Absturz zum Wochenstart
Am Montag zieht schauerartiger Regen von Westen heran, die Höchstwerte liegen dann nur noch bei 22 bis 29 Grad.
Von Dienstag bis Donnerstag erwartet der Wetterdienst 22 bis 28 Grad. In der Trendprognose für den 20. bis 22. August stehen 21 bis 27 Grad.
Zwischen dem Freitagsmaximum und dem Wochenstart liegen damit rechnerisch bis zu 15 Grad. Aus Backofen wird Spätsommer.
Warum die Gewitter die Dürre nicht beenden
Der Regen kommt – nur in der falschen Form. Gewitterschauer fallen punktuell und heftig, auf ausgetrockneten Böden läuft ein großer Teil davon oberflächlich ab, statt zu versickern.
Flächendeckende Niederschläge zeichnen sich laut DWD weiterhin nicht ab. Bis Anfang September zeigen die Vorhersagen der Bodenfeuchte eine starke Tendenz zu trockeneren Bedingungen als im Mittel der vergangenen 20 Jahre.
Waldbrandgefahr: doppelt so viele kritische Tage wie üblich
Wie außergewöhnlich dieser Sommer ist, zeigt eine Zahl aus der DWD-Bilanz zur Trockenheit: Bis zum 2. August gab es im Deutschlandmittel rund 22 Tage mit Waldbrandgefahrenindex Stufe 4 oder 5.
Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 waren es zum selben Zeitpunkt etwa zehn. Beim Graslandfeuerindex stehen 33 Tage gegen 18.
Die Folgen sind längst im Einsatzalltag angekommen. In Bad Liebenwerda im Landkreis Elbe-Elster rückten rund 80 Feuerwehrkräfte zu einem Waldbrand aus, im hessischen Main-Kinzig-Kreis warnte die Leitstelle am 12. August per Katwarn vor mehreren Bränden in einem Waldstück. Brandstiftung schließt die Polizei dort nicht aus.
Niedrigwasser: Elbe und Oder auf historischen Tiefstständen
Auch die Flüsse zeigen das Ausmaß. Die Oberläufe von Oder, Neiße, Elbe, Inn, Lech, Rhein und Mosel führen dem DWD zufolge weniger Wasser als üblich nach Deutschland.
An der Elbe haben mehrere Pegel historische Tiefstände erreicht oder unterschritten. In Frankfurt (Oder) ist der Wasserstand des Grenzflusses auf 88 Zentimeter gesunken.
Hinzu kommt ein Faktor aus dem Winter: Die unterdurchschnittlichen Schneemengen ließen die Schneeschmelze als Wasserlieferant im Frühjahr weitgehend ausfallen.
Kommt die Hitze danach zurück?
In den sozialen Netzen und auf Wetterportalen kursieren bereits Ankündigungen einer vierten Hitzewelle für die zweite Augusthälfte.
Im offiziellen DWD-Trend steht davon nichts. Dort sind es für den 20. bis 22. August 21 bis 27 Grad – hochsommerlich warm, aber weit entfernt von 39 Grad.
Sicher ist bislang nur der Freitag. Wer Hitze mag, sollte ihn nutzen. Wer sie nicht mag, muss ihn nur überstehen.
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