Die italienischen Carabinieri haben drei im März gestohlene Gemälde der französischen Maler Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir und Henri Matisse wieder sichergestellt. Das teilten die Ermittler am Freitag mit. Die Werke waren in der Nacht zum 23. März aus der Fondazione Magnani Rocca im Ort Mamiano di Traversetolo bei Parma entwendet worden.
Nach Angaben von Kunstexperten liegt der geschätzte Gesamtwert bei mehr als neun Millionen Euro.
Aufwendige Ermittlungen führen zum Fund
Sichergestellt wurden die Werke bei Durchsuchungen, die die Staatsanwaltschaft Parma angeordnet hatte. Beteiligt waren die Carabinieri des Provinzkommandos Parma und die auf Kulturgüter spezialisierte Sondereinheit Nucleo Tutela Patrimonio Culturale. Die Behörden sprachen laut Nachrichtenagentur Reuters von einer aufwendigen Ermittlung. Die Untersuchungen dauerten an.
Bei den Gemälden handelt es sich um Cézannes Aquarell „Tasse et plat de cerises“ (Tasse und Teller mit Kirschen), das die Ermittler mit einem Wert von rund sechs Millionen Euro angeben, sowie um Renoirs Ölbild „Les Poissons“ (Die Fische) aus dem Jahr 1917, dessen Wert auf rund drei Millionen Euro geschätzt wird.
Hinzu kommt die farbige Aquatinta-Grafik „Odalisque sur la terrasse“ (Odaliske auf der Terrasse) von Matisse mit einem geschätzten Wert von 20.000 Euro. Als Odaliske wird in der europäischen Malerei traditionell eine Haremsdienerin dargestellt, ein Motiv, das Matisse in den 1920er-Jahren mehrfach aufgriff.
Tat dauerte weniger als drei Minuten
Die Carabinieri veröffentlichten am Freitag zudem ein Video der Tat. Darauf ist nach Angaben von Reuters zu sehen, wie zwei maskierte Täter durch ein Fenster in das Gebäude eindringen, die drei Gemälde von der Wand nehmen und das Haus wieder verlassen. Der gesamte Vorgang habe weniger als drei Minuten gedauert.
Nach Angaben der Gazzetta di Parma hatten die Täter auf der Flucht ein viertes Bild verloren. Das Museum geht laut lokalen Medienberichten davon aus, dass eine organisierte Bande hinter dem Einbruch steckt, der durch die Alarmanlage gestört worden sei.
Die Fondazione Magnani Rocca liegt rund 20 Kilometer von Parma entfernt und beherbergt die Privatsammlung des 1984 verstorbenen Musikkritikers Luigi Magnani. Dazu gehören nach Angaben der Nachrichtenagentur AP unter anderem Werke von Tizian, Goya, Dürer, Rubens, Van Dyck, Monet und Morandi.
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