USA

US-Vorwahlen: In Alaska stehen zwei Dan Sullivans und ein Häftling auf dem Stimmzettel

Bei der Vorwahl in Alaska für den US-Senat konkurrieren zwei nahezu gleichnamige Republikaner um die Gunst der Wähler. Der Inhaber des Sitzes wittert ein Störmanöver.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Der republikanische US-Senator Dan Sullivan aus Alaska will seinen Sitz verteidigen.

Der republikanische US-Senator Dan Sullivan aus Alaska will seinen Sitz verteidigen.

© Anna Moneymaker/AFP

Bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Alaska stehen an diesem Dienstag zwei Männer namens Dan Sullivan zugleich auf dem Stimmzettel für denselben Sitz im US-Senat. Nach Angaben der staatlichen Wahlbehörde sind der republikanische Senator Dan S. Sullivan und der frühere Lehrer Daniel J. Sullivan Jr. aus der Kleinstadt Petersburg beide als Kandidaten zugelassen. Auch der Herausforderer aus Petersburg ist Republikaner.

In den USA finden derzeit in mehreren Bundesstaaten die Vorwahlen für die Kongresswahl am 3. November statt. In Alaska entscheiden die Wählerinnen und Wähler dabei, welche vier Kandidaten bei der eigentlichen Wahl antreten dürfen. Gewählt werden im November das gesamte US-Repräsentantenhaus mit 435 Sitzen sowie ein Drittel der 100 Sitze im US-Senat.

Der Fernsehsender KTUU berichtete am Montag, der republikanische Gouverneur Mike Dunleavy sei in die Entscheidung der Wahlbehörde über den Umgang mit den beiden Bewerbern eingebunden gewesen.

Justiz kassierte Streichung vom Stimmzettel

Die Wahlbehörde hatte den Herausforderer aus Petersburg Mitte Juni zunächst gestrichen. Der Oberste Gerichtshof Alaskas entschied laut KTUU jedoch, die dafür angeführte gesetzliche Grundlage existiere nicht, und ordnete die Wiederaufnahme an.

Auf dem gedruckten Stimmzettel erscheint Daniel J. Sullivan Jr. nun als einziger Senatsbewerber ohne den Zusatz seiner Partei, beim bisherigen Mandatsträger steht der Zusatz „Amtsinhaber“.

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Vizegouverneurin Nancy Dahlstrom sagte dem Sender, mit diesen Zusätzen solle die Unterscheidbarkeit der beiden Kandidaten erhöht werden. Der Herausforderer aus Petersburg habe sich darüber nicht beschwert. Daniel J. Sullivan Jr. äußerte sich laut KTUU in sozialen Netzwerken jedoch kritisch: Der Stimmzettel sei nicht fair, er wolle sich aber auf Wahlkampfthemen konzentrieren.

Senator Sullivan hatte zuvor der demokratischen Herausforderin Mary Peltola vorgeworfen, den Petersburger Bewerber ins Rennen geschickt zu haben, um die Wähler zu verwirren. Peltolas Wahlkampfteam wies das zurück.

Der gleichnamige Herausforderer Daniel J. Sullivan Jr. griff den Amtsinhaber auf seiner Facebook-Seite auch wegen Trumps Wahlempfehlung an. „Senator Sullivan hat offenbar solche Angst vor einem 69-jährigen pensionierten Lehrer und langjährigen Einwohner Alaskas, dass er Donald Trump zu Hilfe holen muss, um ihn bei seiner Einschüchterungskampagne zu unterstützen“, schrieb er.

Trump interessiere sich zudem mehr für den Bau eines Ballsaals als für die Wirtschaft und eher für höhere Zölle auf Verbündete als für niedrigere Lebensmittelpreise.

Mutter und Sohn aus South Dakota ebenfalls im Rennen

Auf dem Stimmzettel stehen laut KTUU auch mehrere Kandidaten, die nicht in Alaska leben. Für den Senatssitz bewirbt sich unter anderem Carol Hafner aus dem Bundesstaat South Dakota. Sie sagte dem Sender, sie sei bislang nur über Alaska hinweggeflogen.

Ihr Sohn Eric Hafner tritt für das US-Repräsentantenhaus an. Er verbüßt nach Angaben des Senders eine 20-jährige Haftstrafe in einem Bundesgefängnis in New York. 2022 war er unter anderem wegen Morddrohungen gegen Richter und Polizisten verurteilt worden. Auch Eric Hafner war laut KTUU nie in Alaska.

Der demokratische Senator Bill Wielechowski verwies gegenüber KTUU auf die US-Verfassung: Für Sitze im Kongress dürfe ein Bundesstaat keine strengeren Voraussetzungen als das Bundesrecht fordern. Der Oberste Gerichtshof Alaskas hatte 2024 entschieden, dass Eric Hafner zwar kandidieren, ein gewonnenes Mandat aber nicht antreten dürfe.

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