ZDF-Sendung

„Da wird einem ja angst und bange“: CDU-Vize blickt bei Markus Lanz kritisch auf eigene Partei

CDU-Vize Laumann bangt bei Markus Lanz um die Umfragewerte. Nur 13 Prozent sind mit Merz zufrieden. Am Bundeskanzler übt der klare Kritik.

4 Min
Karl-Josef Laumann, war am Dienstagabend bei „Markus Lanz“ zu Gast.

Karl-Josef Laumann, war am Dienstagabend bei „Markus Lanz“ zu Gast.

© Bernd Thissen/dpa

Bei „Markus Lanz“ hat CDU-Vize Karl-Josef Laumann am Dienstagabend offen über die schwachen Umfragewerte seiner Partei gesprochen.

„Wenn man sich vorstellt, dass das mal ein Wahlergebnis sein könnte, da wird einem ja angst und bange“, sagte der nordrhein-westfälische Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in der ZDF-Sendung vom Dienstagabend.

Werte von 21 oder 22 Prozent seien für die CDU „schlimm“. Wenige Wochen vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern steht damit nicht nur die Union unter Druck, sondern auch Kanzler und Parteichef Friedrich Merz.

Laumann über die CDU-Umfragewerte

Moderator Markus Lanz wollte vom stellvertretenden CDU-Vorsitzenden wissen, wie er die Stimmung in der Union wahrnehme. Laumann unterschied dabei zwischen Fraktion und Parteibasis.

„Ist doch vollkommen klar, dass Umfrageergebnisse, wie wir sie zurzeit haben, die Menschen, die sich für die CDU einsetzen, zum Beispiel als Kommunalpolitiker, irritiert“, sagte er.

An der Basis wünsche man sich vor allem eines: „Dass das mit der Kommunikation besser wird“.

Nur 13 Prozent zufrieden mit Merz: Der Forsa-Tiefstwert

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sind nur noch 13 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden – ein neuer Tiefstwert. Selbst unter den Anhängern der Union überwiegt demnach inzwischen die Unzufriedenheit.

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Journalist Robin Alexander sieht in der geplanten Rentenreform die entscheidende Bewährungsprobe für Merz. Im Zentrum steht die Abschaffung der „Rente mit 63“.

Merz habe die Reform zur Bedingung gemacht, betonte Alexander in der Runde: „Diese Rentenreform ist ein Gesamtkunstwerk, da darf nichts verändert werden“.

Sollte sie scheitern, stehe aus Sicht des Journalisten mehr auf dem Spiel als ein Gesetz. Merz sei mit dem Versprechen umfassender Reformen angetreten.

Rente mit 63: Ostdeutsche Ministerpräsidenten wehren sich

Der Widerstand kommt vor allem aus dem Osten. Die CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt), Mario Voigt (Thüringen) und Michael Kretschmer (Sachsen) sprachen sich gegen die Abschaffung aus.

Aus der SPD lehnen auch Manuela Schwesig und Dietmar Woidke das Vorhaben ab. Alexander wies darauf hin, dass Schwesig diese Haltung schon länger vertrete – seit Anfang des Jahres zunächst intern, später öffentlich.

Neu sei die Bewegung bei den CDU-Regierungschefs. „Damit kippt die Mehrheit im Bundesrat“, so Alexander. Zusätzlich hatte die Rentenkommission vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu streichen – ein Entwurf, der laut ZDF breite Kritik auslöste.

Spahn, Linnemann und das Glaubwürdigkeitsproblem der Union

Die Runde diskutierte auch über den Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender infolge der Leihmutterschafts-Affäre. Spahn hatte mit seinem Ehemann in den USA die Dienste einer Leihmutter in Anspruch genommen, obwohl diese Praxis in Deutschland verboten ist und er sich früher stets dagegen ausgesprochen hatte.

Laumann sprach von einer „menschlichen Tragödie“ und nannte Spahn „einen sehr talentierten und durchsetzungsstarken Kollegen“. Zugleich stellte er nüchtern fest: „Wenn man als Politiker seine Glaubwürdigkeit verloren hat, dann war es das halt“.

Lanz äußerte Zweifel an Spahns Verteidigung, die Leihmutter habe nicht in Geldnöten gesteckt: „Mir fällt es wahnsinnig schwer, das zu glauben“.

Linnemann-Video: „Niemand hat es vergessen – außer der CDU“

Auch die Kabinettsumbildung kam zur Sprache. Alexander warf Merz vor, die personelle Neuaufstellung „verstolpert“ zu haben: „Da entsteht halt der Eindruck, dass die CDU es handwerklich nicht mehr kann“.

Als Beispiel diente ein virales Video aus dem Mai 2025, in dem der damalige Generalsekretär Carsten Linnemann sich selbst abspricht, ein guter Bundesgesundheitsminister zu sein – ein Amt, das er inzwischen übernommen hat.

„Das Video liegt vor und niemand hat es vergessen – außer der CDU“, sagte Alexander.

Trotz aller Kritik warb Laumann für Geschlossenheit. „Wir müssen den Laden zusammenhalten,“ sagte der CDU-Vize.

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