In der Nacht zum Samstag verschiebt sich der Schwerpunkt der Gewitter aus dem Südosten in die Mitte Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst rechnet dort mit 20 bis 35 Litern Regen pro Quadratmeter in wenigen Stunden, örtlich mit Unwettern. Am Tag danach fällt die Temperatur so tief wie seit zehn Wochen nicht mehr.
Noch liegt der Regen auf einem Streifen vom östlichen Bayern über Sachsen bis nach Südbrandenburg. Bis Mitternacht schieben diese Wolken nach Tschechien und Polen ab.
Nachschub kommt von der Gegenseite. Von Westen her ziehen neue Schauer und Gewitter heran, und die Landesmitte bekommt sie die ganze Nacht über ab.
20 bis 35 Liter: Die Warnlage für heute Nacht
Regional können in wenigen Stunden 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Lokale Unwetter mit mehr als 35 Litern schließt der Warnlagebericht des DWD nicht aus. Am frühen Morgen regnet es in der Mitte noch einmal schauerartig und teils gewittrig.
Im Südosten geht die Lage dagegen schnell zurück. Zu Beginn der Nacht besteht in Niederbayern noch Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Sturmböen, danach lassen Regen und Gewitter rasch nach.
Berlin und Brandenburg trifft es vor allem im Süden. Für die Niederlausitz meldet der Wetterdienst Regenmengen um 20 Liter pro Quadratmeter in drei bis sechs Stunden sowie einzelne Gewitter, die in der zweiten Nachthälfte ostwärts abziehen.
Wo genau die kräftigen Zellen niedergehen, steht noch nicht fest. Solche Gewitter sind kleinräumig und lassen sich erst wenige Stunden vorher eingrenzen. Maßgeblich sind deshalb die amtlichen Warnungen, die laufend aktualisiert werden und sich für die eigene Gemeinde abrufen lassen.
Samstag nur 19 bis 24 Grad
Ein Tiefdrucksystem über Skandinavien lenkt am Samstag deutlich kühlere Luft nach Deutschland. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 24 Grad, im Süden sind bis zu 25 Grad möglich.
Vormittags ziehen vor allem im Osten noch kräftige Schauer und Gewitter durch, am Nachmittag lässt der Niederschlag nach. Dazu weht ein böiger Wind aus Nordwest.
Der Wetterdienst hatte den Sommer schon vor einer Woche aus der Vorhersage gestrichen. Bis einschließlich Samstag taucht in seinen Karten kein Wert über 28 Grad auf. Am Sonntag dehnt sich dann von Westen ein Hoch aus, im Südwesten wird es länger sonnig, im Norden und an den Alpen bleiben Schauer.
Kühlster Tag seit dem 12. Juni
Deutschland bleibt am Samstag flächendeckend unter der 25-Grad-Marke. Das Portal wetter.com verweist darauf, dass ein solcher Tag zuletzt am 12. Juni vorkam, vor gut zehn Wochen.
Der Rückschlag trifft das Wochenende. Den Sommer beendet er nicht.
Vb-Tief: Warum die Modelle uneins sind
Für den Beginn der neuen Woche kursiert in den Wettermodellen ein sogenanntes Vb-Tief. Gemeint ist eine Zugbahn, bei der ein Tief von Oberitalien über die Alpen nach Nordosten wandert und sich über Bayern eindreht.
Solche Lagen standen hinter den Elbe-Hochwassern von 2002 und 2013, deshalb weckt das Kürzel jedes Mal Aufmerksamkeit. Nach der Modellrechnung, die t-online referiert, könnte es südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden länger und kräftig regnen.
Zurückhaltender liest sich die Wochenvorhersage des DWD. Für Montag steht dort kein signifikantes Wetter, für Dienstag nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter im Südwesten und im Alpenvorland. Zwischen beiden Aussagen liegen mehrere Modellläufe, die erst am Wochenende zusammenlaufen.
Bis 33 Grad am Donnerstag
Ab Montag beruhigt sich die Lage zunächst. Nach der Zehn-Tage-Prognose der Offenbacher Behörde steigen die Höchstwerte von 22 bis 28 Grad am Dienstag auf 25 bis 33 Grad am Donnerstag, die Nächte kühlen auf 18 bis 10 Grad ab.
Für Mittwoch und besonders für Donnerstag erwartet der Wetterdienst vor allem im Süden eine starke Hitzebelastung. Gleichzeitig nimmt die Gewitterneigung wieder zu: am Mittwoch im Westen, ab Donnerstag im ganzen Land. Eine schwere Gewitterlage zum Ende der Woche ist nicht ausgeschlossen.
Zwischen dem kühlsten Tag seit zehn Wochen und dem wärmsten der kommenden Woche liegen damit fünf Tage und bis zu neun Grad.
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