Thüringens Landwirte blicken mit Sorge auf die Futterversorgung ihrer Tiere. Hitze und Trockenheit haben das Wachstum von Gras, Klee und Luzerne ausgebremst. Vielerorts konnte deshalb der dritte Schnitt beim Grünfutter nicht eingefahren werden. Noch ist die Lage nicht dramatisch – doch die Reserven für das kommende Jahr könnten knapp werden.
„Es war nichts da“, sagt André Rathgeber vom Thüringer Bauernverband über den ausgefallenen dritten Schnitt. Auf zahlreichen Weiden sei das Gras regelrecht vertrocknet. Besonders betroffen sind demnach Regionen mit viel Grünland und Weideflächen, darunter Saalfeld-Rudolstadt, Bad Salzungen, Sonneberg und das Eichsfeld.
Keine akute Gefahr für Tierbestände
Von einer flächendeckenden Futternot wie in Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens könne in Thüringen derzeit keine Rede sein. Tierbestände müssten wegen Futtermangels bislang nicht abgebaut werden, betont Rathgeber. Trotzdem hoffen die Landwirte dringend auf Regen.
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Auch beim Mais ist die Entwicklung regional unterschiedlich. Im Altenburger Land und im Landkreis Greiz sei die Situation noch vergleichsweise gut. Probleme gebe es dagegen im Thüringer Becken sowie teilweise im Ilm-Kreis und im Landkreis Gotha. Für viele Betriebe ist das entscheidend: Maissilage gehört zu den wichtigen Futtermitteln in der Nutztierhaltung.
Bauern helfen sich gegenseitig mit Futter
Um Engpässe abzufedern, setzt der Bauernverband auch auf gegenseitige Hilfe. Über eine Futtermittelbörse können Betriebe Futter anbieten oder danach suchen. Das Angebot werde derzeit wieder stärker genutzt. So können Landwirte versuchen, regionale Lücken bei der Versorgung zu schließen.
Ob in diesem Jahr noch ein später dritter Grünschnitt möglich ist, hängt vor allem vom Wetter ab. Kommt in den nächsten Tagen und Wochen ausreichend Regen, könnten sich die Grünflächen teilweise erholen.
Trockenheit könnte auch 2027 zum Problem werden
Doch selbst bei einer Wetterbesserung gibt es einen Haken: Die Landwirte dürften in diesem Jahr kaum zusätzliche Vorräte für das kommende Jahr anlegen können. „Sie könnten keine Reserven bilden wie 2025“, sagt Rathgeber.
Damit könnte die aktuelle Trockenheit nicht nur die Futterversorgung in diesem Sommer belasten, sondern auch später Folgen haben. Werden bereits jetzt Wintervorräte verfüttert, fehlen diese später. Gleichzeitig kann zugekauftes Futter knapp und damit teuer werden.
Für Thüringens Viehhalter kommt die Entwicklung zu einer ohnehin schwierigen Lage hinzu. Die Tierbestände im Freistaat sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Der Bauernverband nennt unter anderem hohen Wettbewerbsdruck, niedrige Preise, gesetzliche Auflagen und fehlenden Nachwuchs als Gründe.
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