Iran-Krieg

Iran warnt Nachbarstaaten vor Beteiligung am US-Wirtschaftskrieg

Teheran droht mit Angriffen auf US-Ölkonzerne und Ölrouten außerhalb der Straße von Hormus. Zugleich laufen neue Bemühungen um Vermittlung zwischen Teheran und Washington.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Mohsen Resai ist neuer Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats im Iran.

Mohsen Resai ist neuer Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats im Iran.

© Vahid Salemi/AP

Der neue Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Mohsen Resai, hat Nachbarstaaten mit Vergeltung gedroht, sollten sie sich dem von den USA angekündigten Wirtschaftskrieg gegen Teheran anschließen.

In einem am Samstag ausgestrahlten Interview mit dem Staatssender IRIB sagte Resai, betroffene Länder würden als Feinde betrachtet. Der Iran werde ihre Interessen ins Visier nehmen. Sollte US-Präsident Donald Trump ernst machen, werde Teheran mit voller Wucht zurückschlagen.

Resai kündigte an, der Iran werde in diesem Fall auch Ölrouten außerhalb der Straße von Hormus angreifen. Bislang habe sein Land keine US-Unternehmen oder deren Anlagen attackiert, sondern nur Militärstützpunkte. Bei weiteren Sanktionen werde Teheran jedoch auch Ölkonzerne und andere Firmen in der Region ins Visier nehmen, die den USA gehörten.

Teheran spricht von umfassendem Krieg

Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte, sein Land befinde sich in einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg. Trump drohe leichtfertig mit den härtesten Sanktionen gegen den Iran. Sein Land halte diesem ungleichen Krieg stand und arbeite weiter für die Bevölkerung, sagte Peseschkian.

Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen umfassenden Wirtschaftskrieg angekündigt. Es werde sich um die vernichtendste Wirtschaftsoperation aller Zeiten handeln, erklärte er. Zudem drohte er jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit umfangreichen Strafmaßnahmen.

Die US-Regierung rief ihre Verbündeten sowie China zur Unterstützung auf. Peking wies dies zurück. US-Finanzminister Scott Bessent will sich am Montag zu den geplanten Schritten äußern.

Ägypten bemüht sich um neue Gespräche

Resai bestätigte laufende Gespräche mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus und kündigte Durchfahrtsgebühren an. Der Iran hatte kurz nach Kriegsbeginn am 28. Februar mit den Luftangriffen der USA und Israels die Kontrolle über die international genutzte Wasserstraße beansprucht.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty und sein iranischer Kollege Abbas Araghchi sprachen laut Kairoer Außenministerium über Bemühungen, Teheran und Washington an den Verhandlungstisch zurückzubringen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wollen bei dessen zweitägigem Besuch in Paris ab Sonntag über alternative Handelsrouten zur Straße von Hormus beraten.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner