Medienbericht

Nach Angriff auf Flughafen Leipzig/Halle: Ermittler finden wohl dritte Drohne und Sprengstoff

Ermittler haben am Flughafen Leipzig Berichten zufolge eine dritte Drohne gefunden. Auch Sprengstoff wurde demzufolge gefunden. Was bisher bekannt ist.

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Die Ermittlungen nach der Entdeckung der Sprengstoff-Drohne dauern an.

Die Ermittlungen nach der Entdeckung der Sprengstoff-Drohne dauern an.

© Sebastian Willnow/dpa

Ermittler haben nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig Anfang August offenbar eine dritte Drohne und möglicherweise militärischen Sprengstoff entdeckt.

Knapp drei Wochen nach dem gescheiterten Anschlagsversuch verdichten sich damit die Hinweise, dass die Täter möglicherweise mehr Fluggeräte einsetzten als zunächst bekannt.

Offenbar dritte Drohne im Kabelsketal entdeckt

Die dritte Drohne war bis zuletzt unbekannt. Sie wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen, auf die sich die Süddeutsche Zeitung, der NDR und der WDR beziehen, am frühen Abend des 14. August auf einem Feld im Kabelsketal gefunden.

Die Gegend liegt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt und grenzt unmittelbar an den westlichen Teil des Flughafengeländes. Noch am selben Tag rückten Kriminaltechniker des BKA und weitere Polizeikräfte dem Bericht zufolge an.

Rund 50 Gramm Hexogen? Was am Fundort gelegen haben soll

Einen Tag nach dem Drohnenfund sollen die Ermittler an der Stelle eine Substanz sichergestellt haben. Nach ersten Einschätzungen könnte es sich um rund 50 Gramm Hexogen handeln, einen hochexplosiven militärischen Sprengstoff.

Was Anfang August am Flughafen geschah

Ausgangspunkt war die Nacht des 4. August. Gegen 23.42 Uhr fanden Einsatzkräfte auf dem Flughafengelände eine erste Drohne mit einer Sprengvorrichtung.

Das Landeskriminalamt Sachsen teilte mit, das Gerät sei mit einem Sprengstoffroboter untersucht und der Zünder entfernt worden. Der Zünder funktionierte offenbar nicht.

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Der Flughafen wurde sofort gesperrt, der Flugverkehr rund zwei Stunden lang komplett gestoppt. Eine Passagiermaschine aus Palma de Mallorca und mehrere Frachtflieger mussten ausweichen. Um 1.55 Uhr gab die Polizei den Betrieb wieder frei.

Kollision mit einem DHL-Frachter

Kurz nach dem ersten Fund, gegen 00.03 Uhr, soll eine zweite Drohne mit einem DHL-Frachtflugzeug zusammengestoßen sein. Die Maschine hatte ihre Landung wegen der Sperrung abgebrochen und war durchgestartet.

Auf Höhe des Flughafenzauns prallte sie den Ermittlungen zufolge mit mehreren Hundert Kilometern pro Stunde gegen das Fluggerät. Die Piloten sollen wenige Sekunden zuvor ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben.

Das Flugzeug wurde nach Hannover umgeleitet. Dort fanden Ermittler am Leitwerk eine Beschädigung, die auf eine Kollision hindeutet. Ein Vogelschlag soll ausgeschlossen worden sein.

Dort wurde die zweite Drohne gefunden

Von der zweiten Drohne wurde bislang kein vollständiges Gerät gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler könnte sie in ein Triebwerk geraten und dabei zerstört worden sein. Im Ort Kursdorf nördlich des Flughafens sicherten die Ermittler eine verdächtige Konstruktion: An einem Baum waren mit Klebeband eine Antenne und weitere Elektronik befestigt – möglicherweise zur Steuerung einer Drohne.

Ganz in der Nähe entdeckten sie verbrannte Erde und Metallteile. Zeugen hatten dort bereits um 19.20 Uhr, wenige Stunden vor dem Fund am Flughafen, einen lauten Knall gehört. Bei einer erneuten Absuche am 11. August fanden Ermittler zudem Bestandteile einer Drohne, einen Motor und einen Rotor. Was in Kursdorf explodierte, bleibt Gegenstand der Ermittlungen.

Warum der Flughafen Leipzig/Halle als Ziel gilt

Der Flughafen Leipzig/Halle ist kein offizieller Militärflugplatz, wird aber seit Jahrzehnten von Bundeswehr und Nato für Materialtransporte genutzt. Zentral ist das SALIS-Programm mit Antonov-Frachtern des Typs An-124.

Die ukrainische Antonov Logistics SALIS GmbH hat ihre Flotte seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 in Leipzig stationiert.

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