Drohnenvorfall

Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig gefunden: Dobrindt bricht Urlaub ab

Der Bundesinnenminister kehrt nach Deutschland zurück. Am Abend berät er mit den Chefs der Sicherheitsbehörden über den Vorfall und die Ermittlungen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbricht nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle seinen Urlaub.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbricht nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle seinen Urlaub.

© Daniel Vogl/dpa

Nach einem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle unterbricht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) seinen Urlaub in Italien und kehrt nach Deutschland zurück. Am Abend werde er am Leipziger Flughafen an einer Lagebesprechung mit den Chefs der deutschen Sicherheitsbehörden teilnehmen, berichtete die Zeitung Bild unter Berufung auf eigene Informationen.

Bei dem Treffen sollten Bund und Land den Drohnenfund und die laufenden Ermittlungen erörtern. Offen sind demnach unter anderem die Frage einer möglichen Sprengfähigkeit, die Urheberschaft des Vorfalls sowie mögliche Sicherheitslücken am Flughafen. Das Bundesinnenministerium bestätigte inzwischen, dass Dobrindt seinen Urlaub unterbricht und zur Lagebesprechung am Flughafen anreist.

Drohne mit Sprengvorrichtung entdeckt

Die in der Nacht zu Mittwoch am Flughafen entdeckte Drohne verfügte nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen über eine Sprengvorrichtung. Das Fluggerät sei mit einem Sprengstoffroboter untersucht und der Zünder entfernt worden, teilte das LKA mit.

Wegen der Drohne nahe der Südpiste war der Flughafen laut Polizei rund zwei Stunden gesperrt. Eine Passagiermaschine aus Palma de Mallorca wurde nach Nürnberg umgeleitet, mehrere Frachtflieger mussten ausweichen.

Zudem stieß nach Angaben der sächsischen Landespolizei ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem durchstartenden Frachtflugzeug zusammen, an dem nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt wurden.

Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von einem „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“. Die Ermittlungen übernommen haben die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum beim LKA.

Der Flughafen zählt zur kritischen Infrastruktur und wird seit Jahrzehnten auch von Bundeswehr und Nato für Materialtransporte genutzt.

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