Medienschelte

Sven Schulze kritisiert Spiegel-Cover über Siegmund als „irre“

Erst „Ben Ungeskriptet“, dann Tilo Jung, nun Micky Beisenherz. Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat erklärt die Podcast-Absagen und spricht über den Medienwahlkampf.

3 Min
Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, war nun zu Gast bei „Apokalypse & Filterkaffee“.

Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, war nun zu Gast bei „Apokalypse & Filterkaffee“.

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Erst „Ben Ungeskriptet“, dann Tilo Jung, nun Micky Beisenherz: Die Podcast-Termine von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sorgen im Landtagswahlkampf inzwischen für eine etwas kuriose Abfolge.

Mit Ben Berndt kam ein geplantes Gespräch nicht zustande. Schulze wollte dafür nicht einen ganzen Wahlkampftag für eine Fahrt nach Köln verlieren und bot stattdessen Termine in Sachsen-Anhalt an. Ein angekündigter Auftritt bei Tilo Jung wurde wenig später wieder abgesagt. Bei Micky Beisenherz war Schulze nun tatsächlich zu Gast.

Streit mit „Ben Ungeskriptet“ ist „vergossene Milch“

Einen Widerspruch zur Begründung im Fall „Ben Ungeskriptet“ gibt es allerdings nicht. Für den Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ musste Schulze Sachsen-Anhalt nicht verlassen. Das Gespräch sei aus Magdeburg zugeschaltet worden, sagte seine Sprecherin dieser Zeitung. Was auch die Tonqualität nahelegt. Der Termin habe bereits seit längerer Zeit festgestanden.

Schulze sprach bei Beisenherz auch selbst über „Ben Ungeskriptet“. Seine Seite habe eine Aufnahme in Sachsen-Anhalt und weitere Termine angeboten. Eine Fahrt nach Köln hätte dagegen einen ganzen Tag im Wahlkampf gekostet. Auf die Frage, ob er sich bei einer Aufnahme in Sachsen-Anhalt auch auf ein direktes Duell mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eingelassen hätte, antwortete Schulze: „Warum nicht?“ Die Debatte um nicht zustande gekommene Gespräche bezeichnete er als „vergossene Milch“.

Für die Absage bei Tilo Jung nennt Schulzes Sprecherin einen anderen Grund. Das Gespräch habe am Montag stattfinden sollen. Wegen des Besuchs von CSU-Chef Markus Söder hätten mehrere Termine abgesagt oder verschoben werden müssen. Ob der Auftritt nachgeholt wird, ist offen.

Schulze: Spiegel-Cover über Siegmund ist „irre“

Inhaltlich ging es bei Beisenherz vor allem um den Wahlkampf und die AfD. Schulze räumte ein, die Bedeutung von Emotionen möglicherweise unterschätzt zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass die Menschen stärker darauf schauten: „Was sind eigentlich die Ergebnisse der Politik und wer bringt eigentlich Lösungen?“ Die AfD habe das „Thema Gefühle und Wahlkampf“ dagegen „extrem ausgenutzt“.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Kritik übte Schulze auch an der medialen Darstellung Sachsen-Anhalts. Er wünsche sich, dass Medien das Land „mal ein bisschen anders darstellen“. Das Spiegel-Cover, das Siegmund als „gefährlichsten Mann Deutschlands“ zeigte, nannte er „irre“. Die Gefahr bei Siegmund liege aus seiner Sicht vielmehr darin, dass dieser auf politische Fragen keine Antworten gebe.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner