Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wird an diesem Donnerstag in Teheran zu Gesprächen mit der iranischen Führung erwartet. Ziel der Vermittlung sei es, Wege zur Deeskalation zu erörtern und die Bedingungen für einen Dialog mit den USA zu schaffen. Das teilte das katarische Außenministerium laut der Nachrichtenagentur AP mit.
Ein Sprecher des Ministeriums nannte auch die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus als Thema. Die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Seit Beginn der Kämpfe ist der Schiffsverkehr dort weitgehend zum Erliegen gekommen.
Iran und Oman regeln Schiffsverkehr neu
Parallel zur katarischen Vermittlung verhandeln Iran und Oman über ein Abkommen zur Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Der iranische Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi sagte im Staatsfernsehen, die in den Persischen Golf einlaufenden Handelsschiffe sollen durch iranische Gewässer geführt werden, der auslaufende Verkehr teils durch iranische, teils durch omanische.
Militärschiffe seien von der Passage ausgeschlossen. Die Regelungen seien vorläufig, ein dauerhafter Plan solle binnen 30 bis 60 Tagen ausgehandelt werden.
Ölpreise geben vierten Tag in Folge nach
Die Aussicht auf Fortschritte drückt bereits die Ölpreise. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gab die Nordseesorte Brent am frühen Donnerstagmorgen um 0,5 Prozent auf 87,43 US-Dollar je Barrel nach, die US-Sorte WTI um denselben Prozentsatz auf 81,86 Dollar. Es war der vierte beziehungsweise fünfte Tag mit Kursverlusten in Folge.
Vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar wurde durch die Meerenge Öl und Erdgas im Umfang von rund einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs verschifft. Seit Iran nach Kriegsbeginn versuchte, die Wasserstraße zu sperren, sind die Öllieferungen nach Schiffsverfolgungsdaten auf etwa ein Viertel des Vorkriegsniveaus gefallen.
Trump lässt sich Zeit
US-Präsident Donald Trump äußerte sich zurückhaltend zu neuen Gesprächen mit Teheran. Er habe „keinen Zeitplan“, sagte er dem Sender Al Jazeera. Nach Angaben von AP setzt Washington stattdessen auf wirtschaftlichen Druck. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte neue Sanktionen gegen Iran an und drohte dessen Handelspartnern mit US-Maßnahmen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete die Maßnahmen in einem Schreiben an die Vereinten Nationen als „ökonomischen Angriff“ auf die Zivilbevölkerung.
Trump hatte laut AP zuvor gedroht, Oman zu bombardieren, sollte das Land der US-Regierung im Streit um die Meerenge „in die Quere kommen“. Iranische Vertreter erklärten wiederholt, die Straße von Hormus werde nur wieder geöffnet, wenn die USA die Bedingungen der im Juni vereinbarten, inzwischen gescheiterten Zwischenvereinbarung erfüllten.
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