Wirtschaft

Leichter Anstieg: Zahl der Arbeitslosen bleibt bei über drei Millionen

Die Arbeitslosigkeit steigt weiter. 3,061 Millionen Menschen sind ohne Job. Warum sich die Lage kaum bessert.

3 Min
Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen.

© Jens Kalaene/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August 2026 erneut gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 3,061 Millionen Menschen ohne Job – 54.000 mehr als im Juli. Damit liegen die Arbeitslosenzahlen im August 2026 auch über dem Vorjahresniveau.

Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. BA-Vorstandschefin Andrea Nahles sprach bei der Vorstellung der Zahlen in Nürnberg von einer „verhaltenen Entwicklung“.

Warum die Zahl der Arbeitslosen im August 2026 stieg

Ein großer Teil des Anstiegs ist saisonüblich. Die Bundesagentur führt die Zunahme auf die noch anhaltende Sommerpause zurück. Das zeigt der Blick auf die bereinigten Werte: Saisonbereinigt legte die Zahl gegenüber dem Vormonat nur um 4000 Arbeitslose zu.

Im Vergleich zum August 2025 waren 36.000 Menschen mehr arbeitslos. Auch die Arbeitslosenquote lag im Jahresvergleich 0,1 Punkte höher.

Ein umfassenderes Bild liefert die Unterbeschäftigung, die zusätzlich Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen berücksichtigt. Sie lag bei 3,674 Millionen und damit 33.000 höher als vor einem Jahr.

„Wenig Dynamik“ – was Andrea Nahles zum Arbeitsmarkt sagt

„Auch im August zeigt sich am Arbeitsmarkt jenseits des saisonüblichen Musters wenig Dynamik“, sagte Nahles laut Mitteilung der Bundesagentur. „Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort.“

Für die aktuelle Statistik wertete die Behörde Daten aus, die bis zum 13. August vorlagen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt schwach – aber nicht ganz ohne Lichtblick. Im August waren 656.000 offene Stellen bei der BA gemeldet. Das waren 3000 mehr als im Juli und 25.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Der Stellenindex BA-X, der die Personalnachfrage abbildet, blieb unverändert bei 103 Punkten. Im Vorjahresvergleich liegt er 4 Punkte höher.

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Arbeitslosengeld und Bürgergeld – wer welche Leistung bekommt

Nach einer Hochrechnung erhielten 1,133 Millionen Menschen im August Arbeitslosengeld. Das waren 109.000 mehr als vor einem Jahr. Grund dafür sind nach Einschätzung der Fachleute der BA die schwierige Wirtschaftslage und der Strukturwandel.

Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten ging dagegen zurück – um 116.000 auf 3,754 Millionen.

Nicht alle Bürgergeldbeziehenden sind ohne Arbeit. Manche stocken ihren Lohn auf, um das Existenzminimum zu erreichen. Insgesamt galten 6,9 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter als hilfebedürftig.

Wie stabil ist der Arbeitsmarkt?

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg von Mai auf Juni saisonbereinigt leicht um 1000. Im Vorjahresvergleich lag sie mit 34,81 Millionen aber um 73.000 niedriger. Auch die Gesamtzahl der Erwerbstätigen ging zurück: Im Juli waren es 45,66 Millionen, 226.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Die konjunkturelle Kurzarbeit bewegt sich weiter auf leicht erhöhtem Niveau. Im Juni wurde für 140.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt – rund 55.000 weniger als ein Jahr zuvor, aber 8000 mehr als im Vormonat.

Ausbildungsmarkt – noch viele offene Lehrstellen

Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch Bewegung. Seit Oktober 2025 meldeten sich 433.000 Bewerberinnen und Bewerber bei Arbeitsagenturen und Jobcentern, 4000 mehr als im Vorjahr.

156.000 von ihnen hatten bis August eine Ausbildung gefunden, 11.000 weniger als ein Jahr zuvor. 102.000 hatten bis dahin weder eine Lehrstelle noch eine Alternative.

Gleichzeitig waren noch 116.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Bis zum Ende des Berichtsjahres am 30. September dürften sich die Zahlen der offenen Stellen und der unversorgten Bewerber laut BA noch deutlich verringern.

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