Über der Nordhälfte Deutschlands ziehen am Nachmittag Schauer und kurze Gewitter durch, örtlich mit kleinkörnigem Hagel und Sturmböen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Böen um 75 km/h, in Gewitternähe bis 85 km/h. Es ist der letzte Tag des meteorologischen Sommers, und er wird über weiten Teilen des Landes ungemütlich.
Das Land ist an diesem Montag zweigeteilt. Zwischen Nordsee, Ruhrgebiet und der Mitte fällt immer wieder Regen aus kurzlebigen Zellen. Im Südosten dagegen, von Berlin bis Bayern, bleibt es überwiegend heiter und trocken. Nur unmittelbar an den Alpen regnet es weiter.
Tornado im Nordwesten? Was heute Nachmittag droht
Für den Nordwesten hält Meteorologe Georg Haas von wetter.com vereinzelt sogar einen Tornado für möglich. Der DWD selbst führt diese Gefahr in seinem Warnlagebericht nicht auf.
Amtlich gewarnt wird vor Sturmböen um 75 km/h, das entspricht 8 bis 9 Beaufort. Dazu kommen lokal kleinkörniger Hagel und Starkregen von rund 15 Litern pro Quadratmeter binnen einer Stunde. Im östlichen Alpengebiet sind bis zu 20 Liter in kurzer Zeit wahrscheinlich.
15 Liter in einer Stunde klingen überschaubar, treffen aber punktuell: Gullys laufen über, Unterführungen stehen kurzzeitig unter Wasser, Radwege werden rutschig.
Der Wetterdienst weist darauf hin, dass sich einzelne Gewitterzellen erst wenige Stunden vorher räumlich eingrenzen lassen. Wer heute draußen unterwegs ist, sollte deshalb die amtlichen Warnungen im Blick behalten und nicht nur die Tagesprognose vom Morgen. Die Höchstwerte liegen bei 20 bis 25 Grad, im Süden und Osten örtlich bis 27 Grad.
95 km/h im Harz: Hier weht es heute am schärfsten
Der höchste Warnwert des Tages gilt für den Brocken. Dort erwartet der DWD schwere Sturmböen bis 95 km/h, also Windstärke 10. Bei diesem Wert brechen Äste ab, morsche Bäume können entwurzelt werden – für Wanderer im Harz heißt das: Waldwege meiden, solange die Warnung läuft.
Auch abseits der Gewitter frischt der Südwestwind spürbar auf: verbreitet 55 bis 70 km/h, an der Nordsee und im höheren Bergland teils stürmisch. Ausgenommen bleibt allein der Südosten Deutschlands.
Dienstag und Mittwoch: Nachts geht es auf 8 Grad runter
In der Nacht zum Dienstag klingen die Gewitter allmählich ab. In den Gipfellagen der Mittelgebirge weht anfangs noch stürmischer Westwind um 70 km/h, sonst lässt der Wind rasch nach.
Der Dienstag ist der 1. September und damit meteorologisch der erste Herbsttag. Zu spüren ist davon wenig: im Norden wiederholt Schauer und vereinzelt Gewitter, in der Mitte und an den Alpen einige Schauer. An der Nordsee werden rund 20 Grad erreicht, an der Donau bis 25 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch kühlt es auf 12 bis 8 Grad ab, an der Nordsee auf etwa 14 Grad. In der Mitte bilden sich Nebelfelder. Der Mittwoch bringt dann 18 bis 23 Grad, im Süden bis 25 Grad.
Sommerbilanz 2026: 39,4 Grad und zu wenig Regen
Mit dem heutigen Tag endet der meteorologische Sommer. Seine Extremwerte im August lagen weit auseinander: 39,4 Grad wurden am 4. August in Regensburg gemessen, minus 2,5 Grad am 22. August auf der Zugspitze.
Im Monatsmittel war Baden-Württemberg mit 21,8 Grad das wärmste Bundesland, Schleswig-Holstein mit 17,5 Grad das kühlste. Wie heftig dieser Sommer zu Ende ging, zeigte die Unwetterlage vom vergangenen Freitag, als der DWD am Bodensee die höchste Warnstufe ausrief: Warnstufe Lila, 4 von 4.
Meteorologisch endet der Sommer heute Nacht. Auf dem Thermometer noch nicht.
Kommt der Spätsommer zurück? Bis 30 Grad am Samstag
Am Donnerstag bleibt es im Norden mit rund 19 Grad kühl, im Südwesten werden etwa 26 Grad erreicht. Dazu drohen im Norden erneut stürmische Böen, an der See Sturmböen der Stärke 9.
Am Freitag steigen die Werte auf 21 Grad im Norden und bis 28 Grad im Südwesten. Für den Samstag rechnet der Wetterdienst mit 25 bis 30 Grad, im Norden mit 20 bis 24 Grad.
Für den September insgesamt sehen das europäische Modell ECMWF und die amerikanische NOAA einen Monat rund ein Grad über dem langjährigen Mittel – bei durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Niederschlägen.
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