Milliardenforderung

US-Waffen für die Ukraine: Trump will Europäer nachträglich zur Kasse bitten

Der US-Präsident will während der Biden-Ära an Kiew gelieferte Militärgüter den Verbündeten in Rechnung stellen. Zugleich macht Washington bei Munition Eigenbedarf geltend.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

© Jacquelyn Martin/AP

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, europäische Staaten nachträglich an den Kosten früherer Militärhilfen der USA für die Ukraine zu beteiligen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, unter seinem Vorgänger Joe Biden seien „Hunderte Milliarden Dollar“ unentgeltlich an die Ukraine und die Nato geflossen.

Dafür hätte eigentlich Europa aufkommen müssen, „wenn man es nur gefragt hätte“. Dieses Geld werde man nun einfordern, „wenn auch etwas verspätet“. Über den Vorstoß berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Reuters.

Munitionsverkäufe ausgesetzt

Trump erklärte zugleich, die USA behielten ihre Munitionsbestände vorerst für den Eigenbedarf ein. „Wir nehmen sie für uns selbst, die USA, statt sie an andere zu verkaufen, aber die Verkäufe an Verbündete werden bald wieder beginnen“, schrieb der Präsident.

Berichte über stark geleerte US-Munitionsbestände infolge des Kriegs gegen den Iran wies er zurück. Die Vereinigten Staaten produzierten so viel Munition wie nie zuvor und legten Vorräte für „jede denkbare Eventualität“ an.

Reuters hatte im vergangenen Monat gemeldet, die US-Armee habe während des Iran-Kriegs einen Großteil ihrer Präzisionsraketen mit großer Reichweite verbraucht. Das habe Zweifel an der Einsatzbereitschaft für künftige Konflikte geweckt.

Verbündete kommen für Waffen auf

Europäische Nato-Staaten und Kanada bezahlen bereits über die im vergangenen Jahr gestartete Initiative PURL (Prioritized Ukraine Requirements List) Waffen aus US-Produktion für die Ukraine. Trumps neue Forderung zielt hingegen rückwirkend auf Lieferungen, die unter Biden ohne Bezahlung erfolgt waren.

Eine offizielle Reaktion aus Brüssel, der Nato oder einer europäischen Hauptstadt auf die Zahlungsforderung lag zunächst nicht vor.

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