Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ist ja seit geraumer Zeit immer wieder mit teils bizarren Statements in der Öffentlichkeit, mit deutlicher Nähe zur Verschwörungstheorie und der Neuen Rechten.
Nun macht die in Stuttgart geborene Adlige mal wieder von sich reden – mit einem Interview, das die Fürstin einem katholischen TV-Sender gegeben hat.
Darin spricht die ehemalige Punk-Prinzessin, die vielen noch durch ihr „Schnacksel“-Statement in Erinnerung ist, über die Pride-Paraden der LGBT-Community und ereifert sich im Detail darüber, dass das Wort Pride in diesem Zusammenhang keine Berechtigung habe: „Eine Pride-Parade ist für uns absolut häretisch, denn Pride, also Stolz, ist nach unserem Verständnis eine schwere Sünde. Insofern sehen Sie daran, wie wir systematisch auf einen falschen Weg geführt werden. Die Menschen, die dort mitlaufen, haben gar nicht darüber nachgedacht, dass es keinen Grund gibt, stolz zu sein. Worauf sollte man denn stolz sein? Man sollte demütig sein. Das ist das Richtige.“
Mit „Wir“ meint von Thurn und Taxis wohl die katholische Glaubensgemeinschaft, die ihr in den Kommentaren zu dem Video, das auf der Meta-Plattform Facebook veröffentlicht wurde, beistimmt.
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Es gibt aber auch Kritik an dem Statement in Hinblick auf die Vergangenheit der Fürstin und ihres Mannes, des 1990 verstorbenen Johannes von Thurn und Taxis, und die offenbare Umdeutung des Pride-Begriffes. „‚Pride‘ mit der christlichen Sünde des Hochmuts gleichzusetzen, greift für mich viel zu kurz. Beim Pride geht es nicht darum, sich über andere Menschen zu erheben. Es geht darum, sich nicht mehr verstecken oder für die eigene Identität schämen zu müssen – und um gleiche Würde und gleiche Rechte.
Und auch ‚Demut‘ bedeutet für mich nicht, andere Menschen moralisch abzuwerten oder ihnen zu erklären, ihre Liebe oder ihre Identität sei sündhaft. Vielleicht zeigt sich Demut gerade darin, anzuerkennen, dass niemand von uns über einem anderen Menschen steht und wir nicht dazu berufen sind, über den Wert anderer zu urteilen. Pride heißt für mich deshalb nicht: ‚Ich bin besser als du.‘ Sondern: ‚Ich bin nicht weniger wert als du‘“, so ein Kommentator.
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