Direktauszahlung

Direktzahlung vom Staat: Vier von fünf Bürgern würden leer ausgehen – so ändern Sie das

IBAN an das Bundeszentralamt für Steuern melden: So geht es per Elster, App oder Bank – und warum Direktzahlungen des Bundes daran hängen.

4 Min
Ob Tankrabatt oder Direktzahlung: Damit der Staat Geld überweisen kann, braucht er die IBAN – bei Paaren von beiden. (Symbolbild)

Ob Tankrabatt oder Direktzahlung: Damit der Staat Geld überweisen kann, braucht er die IBAN – bei Paaren von beiden. (Symbolbild)

© Imago/Iuliia Zavalishina

Angenommen, der Bund wollte morgen jedem Bürger 300 Euro aufs Konto überweisen. Bei rund vier von fünf Menschen in Deutschland käme kein Cent an.

Nicht, weil das Geld fehlt. Dem Staat fehlt ihre Kontonummer: Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums liegt dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) nur für knapp jeden Fünften eine IBAN vor, berichtet das ZDF.

Deshalb wirbt das Amt jetzt dort, wo viele ohnehin vorbeikommen. Wer sich zuletzt beim Steuerportal Elster eingeloggt hat, bekommt dort den Hinweis, die IBAN für Auszahlungen des Bundes zu melden, wie das Portal Chip berichtet. Das wirkt wie eine Phishing-Masche, stammt aber tatsächlich vom Staat.

Energiepreispauschale: Warum der Staat Ihre IBAN sammelt

Die 300 Euro sind kein Zufall. So hoch war 2022 die Energiepreispauschale – und schon damals konnte der Bund sie nicht einfach überweisen. Arbeitnehmer bekamen das Geld mit dem Lohn, Rentner über die Rentenzahlung, Selbstständige über die Steuer.

Aus diesem Umweg entstand der Direktauszahlungsmechanismus. Das BZSt verknüpft dafür die IBAN mit der Steuer-Identifikationsnummer, die jeder Bürger ein Leben lang behält. Die Grundlage legte das Jahressteuergesetz 2022.

Seit Ende März 2025 ist das System laut Monatsbericht des Finanzministeriums fertig. Auszahlen darf der Bund aber erst, wenn der Bundestag dafür ein eigenes Leistungsgesetz beschließt.

Direktzahlung 2027: Ist Geld vom Staat geplant?

Nein. Eine Direktzahlung ist weder beschlossen noch konkret angekündigt. Wer seine IBAN meldet, hat damit auch keinen Anspruch auf Geld.

Stattdessen kommt zum zweiten Mal in diesem Jahr der Tankrabatt. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent pro Liter sinken, mit Mehrwertsteuer um bis zu 17 Cent, meldet das Handelsblatt. Bundestag und Bundesrat sollen noch diese Woche zustimmen.

Von dem Rabatt profitiert nur, wer tankt. Die Klimaökonomin Brigitte Knopf vom Thinktank KlimaSozial fordert deshalb, „endlich einen sozial gestaffelten Direktzahlungskanal aufzubauen", zitiert sie der Sender.

Genau das kann das System noch nicht. Zahlungen nach Einkommen sind bislang nicht möglich, das Finanzministerium arbeitet nach Angaben des Senders an einer Weiterentwicklung.

IBAN melden: Elster, App oder Bank

Wer mitmachen will, hat laut BZSt diese Wege:

  • Elster: Unter „Alle Formulare“ die „Meldung Ihrer Bankverbindung an das BZSt“ wählen oder direkt das Elster-IBAN-Formular öffnen.
  • App „BZSt IBAN+“: Anmeldung mit Elster-Zertifikat oder BundID samt Online-Ausweis.
  • Hausbank: per Online-Banking, in der Filiale oder mit dem Muster-Anschreiben des BZSt. Nicht jede Bank bietet das von sich aus an.
  • Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: Auch Bevollmächtigte dürfen die Meldung übernehmen.

Brief und Telefon funktionieren nicht, das Amt nimmt die IBAN nur elektronisch an.

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Gemeinschaftskonto: Hier müssen Paare aufpassen

Pro Person speichert das BZSt genau eine IBAN, eine neue Meldung überschreibt die alte. Gemeldet werden kann nur ein Zahlungsverkehrskonto wie das Girokonto.

Die Falle steckt im Gemeinschaftskonto. Die IBAN gilt nur für die Person, die sie gemeldet hat. Wer mit Partner oder Partnerin ein Konto teilt, muss also beide Meldungen abgeben.

Für Kinder unter 18 übernimmt das die Familienkasse automatisch mit der IBAN, auf die zuletzt das Kindergeld floss. Wer die eigene Meldung zurückziehen will, kann sie in der App oder im Portal „Mein BOP“ löschen lassen.

IBAN-Betrug: So erkennen Sie falsche Mails

Die echte Aufforderung taucht nur in Elster, in der offiziellen App oder im eigenen Bankzugang auf. Eine Mail oder SMS mit Link, über den Sie „Ihre IBAN für die Staatszahlung bestätigen“ sollen, ist deshalb ein Warnsignal.

Tippen Sie die Adresse von Elster oder Ihrer Bank im Zweifel selbst in den Browser.

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