Versorgungssicherheit

Wie Ostdeutschland an der Energiewende mitverdienen will

Eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung wird immer mehr zur Standortfrage. Welche Lösungen es geben könnte, wird auf dem Energieforum in Leipzig diskutiert.

3 Min
Eine verlässliche Energieversorgung funktioniert nur mit einer gut geschützten kritischen Infrastruktur.

Eine verlässliche Energieversorgung funktioniert nur mit einer gut geschützten kritischen Infrastruktur.

© IMAGO/Christoph Hardt

Ostdeutschland will die Energiewende nicht nur mitbestimmen, sondern von ihr auch profitieren, also weiterhin Stromexporteur bleiben. Wie sich dieses Ansinnen mit dauerhafter Versorgungssicherheit, Klimaschutz und industrieller Wettbewerbsfähigkeit verbinden lässt, ist ein zentrales Thema auf dem 15. Ostdeutschen Energieforum. Das findet vom 30. September bis 1. Oktober 2026 auf dem Campus Jahnallee der Universität Leipzig sowie im digitalen Raum statt. Mehr als 500 Fachleute werden zusammenkommen.

Ein zentraler Schwerpunkt des Fachprogramms ist das Zusammenspiel von Stromnetzen und Speichern. Angesichts des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien konkurrieren Erzeugungsanlagen und Großbatterien vielerorts um knappe Netzanschlüsse. Das Forum sucht nach konkreten Systemarchitekturen, die das Netz auch bei Dunkelflauten stabilisieren. Dabei richtet sich der Blick bewusst über die nationalen Grenzen hinaus: Diskutiert wird unter anderem, was Deutschland von den Erfahrungen in Mittel- und Osteuropa lernen kann.

Als ein Praxisbeispiel dient Bulgarien. Das Land wird in Fachkreisen auch als „Batterie des Balkans“ bezeichnet, weil es bei der Netzintegration von Batteriespeichern gemessen an der Wirtschaftsleistung weltweit eine Spitzenposition einnimmt.

Realitätscheck für Kommunen

Neben der Infrastruktur stehen neue industrielle Wertschöpfungsketten im Fokus. Ostdeutschland verfügt in der Lausitz, im Erzgebirge und in Sachsen-Anhalt über bedeutende Vorkommen kritischer Rohstoffe wie Lithium, Kupfer und Zinn. Die Konferenz beleuchtet die Chance, durch heimischen Bergbau Arbeitsplätze und Forschung in der Region zu halten.

Parallel dazu wird die Ansiedlung von KI-Rechenzentren diskutiert. Diese gelten als digitaler Wachstumsmotor, stellen die Regionen jedoch vor Herausforderungen bei Stromnetzkapazitäten, Wasserverbrauch und der Abwärmenutzung.

Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern hatten bis zum Sommer dieses Jahres Zeit, ihre Wärmepläne zu erstellen. Nun geht es an die praktische Umsetzung. Die Transformation von Fernwärme, Wasserstoff und industrieller Abwärme muss finanziert werden, ohne Wirtschaft und Haushalte zu überfordern.

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Wie eng Energie- und Industriepolitik verknüpft sind, greift ein Spezial-Panel auf dem Energieforum auf, das die Chancen und Risiken der Automobilindustrie vor dem Hintergrund der Energiewende beleuchtet. Branchenkenner und Politiker diskutieren über die Wettbewerbsfähigkeit der Zulieferer und Hersteller.

Im Accelerator SpinLab präsentieren sich zudem sieben ostdeutsche Startups, die digitale Lösungen von KI-gesteuerten Biogasanlagen bis hin zu Möglichkeiten zur Drohnenabwehr für kritische Infrastrukturen vorstellen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung sind auf der offiziellen Plattform unter www.ostdeutsches-energieforum.de verfügbar.

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