Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens zwei Menschen getötet und sechs verletzt worden. Drei der Verletzten seien medizinisches Personal, zwei befänden sich in einem schweren Zustand, teilte Klitschko im Nachrichtendienst Telegram mit. Die staatliche Rettungsbehörde DSNS sprach von acht Verletzten.
Russland habe Kiew in mehreren Wellen mit ballistischen Raketen angegriffen, teilte die Kiewer Militärverwaltung KMVA mit. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters waren drei Bezirke der ukrainischen Hauptstadt betroffen.
Klinik und Wohnhäuser beschädigt
Einer der Getöteten sei auf dem Parkplatz einer Entbindungsklinik im Bezirk Podilskyj gefunden worden, schrieb Klitschko. Teile der Fassade der Klinik sowie ein benachbartes Diagnosezentrum seien beschädigt worden. Im Bezirk Dniprowskyj sei ein Privathaus teilweise zerstört worden. „Unter den Trümmern könnten sich Menschen befinden“, so der Bürgermeister.
Beschädigt wurden nach Angaben der Militärverwaltung zudem ein 16-stöckiges Wohnhaus sowie ein mehrgeschossiger Verwaltungsbau und Lagergebäude.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Telegram, Ziel des Angriffs seien erneut Wohnhäuser, eine Entbindungsklinik sowie Energie- und Logistikeinrichtungen gewesen. Solche Angriffe erfolgten, „weil der Druck auf den Aggressor noch immer nicht umfassend ist“.
Selenskyj hält sich derzeit zur UN-Generalversammlung in New York auf. Er forderte die USA erneut auf, Abfangraketen zu liefern und die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.
Russland spricht von militärischen Zielen
Das russische Verteidigungsministerium teilte laut dem Portal Conflictora mit, russische Streitkräfte hätten Logistikzentren, Treibstofflager sowie Energie- und Infrastruktureinrichtungen angegriffen, die für die ukrainischen Streitkräfte genutzt würden.
Als Ziele wurden neben Kiew auch die Gebiete Dnipropetrowsk, Poltawa, Winnyzja und Odessa genannt. Zu den ukrainischen Angaben über zivile Opfer und Schäden an medizinischen Einrichtungen äußerte sich die russische Seite nicht.
Auch die südukrainische Hafenstadt Odessa wurde nach Angaben des Leiters der dortigen Militärverwaltung, Serhij Lysak, in der Nacht angegriffen. Beschädigt worden seien Wohnhäuser sowie medizinische und Bildungseinrichtungen.
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