Benzin und Diesel sind bereits vor dem Start des neuen Tankrabatts deutlich günstiger geworden. Am Mittwoch um 10 Uhr kostete Super E10 nach ADAC-Daten 4,2 Cent je Liter weniger als zur gleichen Zeit am Dienstag. Diesel verbilligte sich um 3,9 Cent, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Kurz vor Mittag betrug der Rückgang bei beiden Kraftstoffen laut dem Spritpreisportal Tankerkönig sogar rund fünf Cent gegenüber dem Vortag.
Auch im Tagesdurchschnitt waren die Preise zuvor gesunken. Am Dienstag wurden für einen Liter E10 bundesweit durchschnittlich 2,258 Euro verlangt, 1,8 Cent weniger als am Montag. Diesel kostete 2,409 Euro und damit 1,6 Cent weniger. Der übliche Preissprung zur Mittagszeit fiel am Mittwoch allerdings etwas stärker aus als zuletzt.
Steuersenkung gilt bis Jahresende
In der Nacht zum Donnerstag beginnt der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Vom 1. Oktober bis zum Jahresende senkt der Bund die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Zusammen mit der dadurch ebenfalls sinkenden Mehrwertsteuer ergibt sich eine mögliche Entlastung von 16,7 Cent pro Liter.
Die niedrigere Steuer gilt für Kraftstoff, der ab Mitternacht die Raffinerien oder Tanklager verlässt. Dennoch rechnet die Mineralölbranche damit, dass die Preise an den Zapfsäulen unmittelbar nachgeben. Der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen, versicherte laut dpa, die Entlastung werde ab Mitternacht vollständig und ohne Aufschläge weitergereicht.
Die Bundesregierung reagiert mit der Maßnahme auf die außergewöhnlich hohen Kraftstoffpreise. Der September war der bislang teuerste Tankmonat. Kritiker halten den Rabatt für wenig zielgenau. Befürworter sehen darin derzeit das geeignetste Mittel, um Autofahrer zu entlasten.
ADAC warnt vor unvollständiger Weitergabe
Der ADAC erwartet einen schrittweisen Preisrückgang. Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer fordert eine möglichst schnelle und vollständige Weitergabe der Steuersenkung. Zugleich befürchtet er, dass ein Teil der Entlastung bei den Unternehmen verbleiben könnte.
Der Branchenverband widerspricht und verweist auf den Wettbewerb zwischen rund 14.000 Tankstellen. Küchen zufolge müssen bei der Bewertung neben den Steuern auch andere, schwankende Kosten berücksichtigt werden.
Bereits beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni war die Weitergabe umstritten. Das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt kamen zu dem Ergebnis, dass die Entlastung überwiegend, aber nicht vollständig bei den Verbrauchern ankam. Die Mineralölwirtschaft wies diese Einschätzung zurück.
Keine Versorgungsengpässe erwartet
Warum die Preise bereits vor der Steuersenkung spürbar fallen, lässt sich laut ADAC nicht eindeutig erklären. Der Club vermutet einen Einfluss der jüngsten Entspannung an den internationalen Ölmärkten. Der Rückgang zeige aber auch, dass angesichts des hohen Preisniveaus Spielraum für Nachlässe bestehe.
Engpässe durch einen möglichen Ansturm auf die Tankstellen erwartet der ADAC am Donnerstag nicht. Auch beim Beginn des ersten Rabatts im Mai sei die Versorgung gesichert gewesen, obwohl damals zusätzlich ein Feiertag die Belieferung erschwert habe. (mit dpa)
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