Iran-Krieg

Spritpreise auf Rekordhoch: September wird laut ADAC teuerster Tankmonat

Der September wird laut ADAC der teuerste Tankmonat bisher. Die Preise liegen über allen Rekorden. Ob der Tankrabatt hilft, bleibt offen.

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Im September war Tanken so teuer wie noch nie.

Im September war Tanken so teuer wie noch nie.

© Lennart Preiss/dpa

Der September hat Autofahrern in Deutschland einen teuren Rekord beschert: Der Monat wird nach Daten des ADAC der teuerste Tankmonat, den es bislang gab. Fest steht das schon vor dem Monatsende.

Daran würde selbst ein kräftiger Preissturz in den letzten Tagen nichts mehr ändern – der Schnitt liegt rechnerisch über allen früheren Höchstwerten. Für Pendler bedeutet das: Die Spritpreise sind so hoch wie nie.

Wie hoch die Spritpreise im September ausfallen

Bleiben die Preise im Endspurt des Monats im üblichen Rahmen, dürfte der September-Schnitt für Super E10 bei rund 2,27 Euro je Liter landen. Für Diesel deutet die ADAC-Auswertung auf etwa 2,38 bis 2,39 Euro hin.

Die bisherigen Monatsrekorde lagen klar darunter. Für E10 stammt der Höchstwert mit 2,145 Euro aus dem August, für Diesel mit 2,263 Euro aus dem April. In beiden Fällen sind das mehr als zehn Cent Abstand.

Warum Benzin und Diesel gerade so teuer sind

Als wichtigsten Preistreiber nennt der ADAC den Iran-Krieg. Durch ihn ist der Export von Rohöl und Treibstoff aus der Golfregion stark eingeschränkt.

Dazu kommt nach diesen Angaben ein Engpass bei den Raffineriekapazitäten. Zwischenzeitlich war Tanken zwar tagelang günstiger geworden, zuletzt zogen die Preise laut ADAC aber wieder an – als möglicher Treiber gilt der steigende Rohölpreis.

Was der Tankrabatt ab Donnerstag bringt

Für den Oktober zeichnet sich Entlastung ab. In der Nacht zu Donnerstag greift um Mitternacht ein neuer Tankrabatt. Die Energiesteuer sinkt dabei um 14,04 Cent je Liter. Zusammen mit der niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt das nach Angaben der Bundesregierung 16,7 Cent pro Liter, also knapp 17 Cent.

Der Nachlass gilt für Kraftstoff, der nach Mitternacht an die Tankstellen geliefert wird, und ist für Oktober, November und Dezember vorgesehen. Die Bundesregierung rechnet mit Steuerausfällen von rund 2,485 Milliarden Euro, die Hälfte tragen diesmal die Länder.

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Kommt die Entlastung an der Zapfsäule an?

Eine Pflicht zur Weitergabe gibt es nicht. Aus früheren Rabatten heißt es, dass viele Preise schon um Mitternacht nachgeben – allein wegen der Erwartung der Kunden. Dass sofort überall die vollen 16,7 Cent ankommen, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Ob der Rabatt vollständig durchschlägt, ist umstritten. Beim Nachlass im Mai und Juni stellten das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt eine nur unvollständige Weitergabe fest. Die Mineralölwirtschaft weist das zurück.

Nicht alle halten den Tankrabatt für sinnvoll. Der Sozialverband VdK zählt zu den Kritikern. Präsidentin Verena Bentele bezeichnete den Rabatt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als „falschen Weg“. Es dürfe nicht viel Steuergeld in die Gewinne der Mineralölkonzerne fließen, sagte sie.

Sie plädierte stattdessen für direkte Zahlungen an Menschen mit wenig Geld und eine niedrigere Stromsteuer. Davon hätten „alle“ etwas, „nicht nur die, die ein Auto haben“.

Wann Tanken am günstigsten ist

Ein Frühstart am Donnerstag bringt wenig. Wegen der 12-Uhr-Regel dürfen die Preise bis Mittag nur sinken. Nach Daten des Portals Tankerkönig ziehen sie gegen Mittag dann oft um rund 20 Cent an.

Der ADAC verweist außerdem darauf, dass die Preise nach dem Start früherer Tankrabatte – 2022 und zuletzt – jeweils wieder gestiegen seien. Zur Debatte steht auch die Regel selbst. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich anheben, und zwar um 12 Uhr; senken dürfen sie jederzeit.

Auf Initiative Schleswig-Holsteins wird über die Abschaffung diskutiert. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sieht „bislang einfach keinen erkennbaren Entlastungseffekt beim Tanken“. Auch der ADAC fordert das Aus. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte dagegen, Überlegungen zu einer Abschaffung gebe es nicht.

Auf die Preise von vor dem Krieg sollten Autofahrer nicht setzen. Ein solches Niveau ist nach Einschätzung des ADAC nicht in Sicht.

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