Wetter

Gewitter mit bis zu 50 Litern: Heute droht mehr Regen als im ganzen September

Wetter heute: Der DWD warnt von Baden bis Hamburg vor Starkregen und Gewittern, lokal bis 50 Liter. Im Osten bleibt es bei 24 Grad noch trocken.

4 Min
Symbolbild: Eine Gewitterzelle mit dichtem Regenvorhang zieht über das Land. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Donnerstag im Westen gewittrigen Starkregen mit örtlich bis zu 50 Litern pro Quadratmeter.

Symbolbild: Eine Gewitterzelle mit dichtem Regenvorhang zieht über das Land. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Donnerstag im Westen gewittrigen Starkregen mit örtlich bis zu 50 Litern pro Quadratmeter.

© Imago/ Breu

Über den Westen Deutschlands zieht am Donnerstag ein breites Regenband mit kräftigen Gewittern. Der Deutsche Wetterdienst erwartet zwischen Oberrhein und Elbe Starkregen und hält örtlich bis zu 50 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden für möglich. Das wäre an einzelnen Orten mehr, als im ganzen September im Schnitt auf Deutschland gefallen ist.

Die Wettergrenze verläuft heute schräg durchs Land, grob vom Schwarzwald bis zur Elbmündung. Westlich davon wird es nass und deutlich kühler, östlich davon bleibt es noch einen Tag sonnig.

Bis zu 50 Liter: Hier drohen heute Unwetter

Am stärksten trifft es laut Warnlagebericht vom frühen Morgen einen Streifen von Baden und der Pfalz über Teile Hessens und Westfalens bis nach Hamburg. Dort sind im Tagesverlauf gewittrige Güsse mit 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich.

Wo sich die Zellen über Stunden festsetzen, kommen 20 bis 35 Liter zusammen. Lokal schließt der DWD auch bis zu 50 Liter in wenigen Stunden nicht aus, das wäre Unwetterniveau.

In der Nacht zum Freitag schiebt sich der Regen langsam nach Osten. Im Südwesten und in der Mitte bleibt die Starkregengefahr bis in die Morgenstunden, später erreicht sie auch die Alpen zwischen Bodensee und Karwendel.

Wer in diesen Regionen wohnt, sollte die amtlichen Warnungen für den eigenen Landkreis im Blick behalten. Unterführungen und tief liegende Keller laufen bei solchen Mengen schnell voll.

Köln 20, Leipzig 25 Grad: Der Westen kühlt zuerst ab

Am Mittwoch hatte der Südwesten noch einmal Spätsommer: Die Station Emmendingen-Mundingen in Baden meldete nach vorläufigen Werten 31,3 Grad. Heute kommen Köln und Saarbrücken laut DWD-Vorhersage nur noch auf 20 Grad, Frankfurt auf 22.

Im Osten ist davon noch nichts zu spüren. Berlin erreicht bei heiterem Himmel 24 Grad, Leipzig und Nürnberg sogar 25.

Hinter dem Regen bildet sich in der Nacht zum Freitag vor allem im Westen Nebel, örtlich mit Sichtweiten unter 150 Metern. Wer früh mit dem Auto los muss, sollte mehr Zeit einplanen.

Am Freitag erreicht die kühlere Luft fast das ganze Land, die Höchstwerte liegen dann meist zwischen 17 und 23 Grad. Damit endet die Wärmephase, die den September zu einem der zehn wärmsten seit 1881 gemacht hat.

Nur 40 Liter im September: Heute reicht dafür ein Gewitter

Wie heftig die 50 Liter sind, zeigt die vorläufige DWD-Monatsbilanz, über die wetter.com berichtet. Im gesamten September fielen in Deutschland im Flächenmittel knapp 40 Liter pro Quadratmeter, rund ein Drittel weniger als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990.

Im Südwesten war die Lücke noch größer. In Teilen von Rheinland-Pfalz kamen keine zehn Liter zusammen, im Saarland nicht einmal fünf.

Ausgerechnet dort fällt heute der Regen. Ein Gewitter, das sich über der Pfalz festsetzt, kann in wenigen Stunden ein Vielfaches dessen bringen, was dort im ganzen Monat ankam.

Harter Boden: Warum der Starkregen kaum versickert

Für Flüsse und Wälder ist der Guss trotzdem kaum eine Entlastung. Am Pegel Kaub, dem Nadelöhr der Rheinschifffahrt, lag der Wasserstand zuletzt mehrfach bei null oder darunter.

Martin Labadz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde rechnet laut der Nachrichtenagentur dpa für die nächsten zwei bis drei Wochen weiter mit sehr niedrigen Pegeln. Einzelne Starkregen reichten nicht, weil der ausgetrocknete Boden so viel Wasser auf einmal nicht aufnehmen könne.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Der Regen kann heute Keller füllen. Den Rhein füllt er nicht.

Nötig wäre laut Labadz mehrtägiger, großflächiger Landregen. Am Oberrhein werfen Bäume in den Auenwäldern inzwischen sogar Zweige ab, beobachtet Christian Damm vom Aueninstitut des Karlsruher Instituts für Technologie.

Bis 24 Grad am Samstag: Wird es noch einmal warm?

Nach der Front beruhigt sich das Wetter. Am Samstag löst sich vielerorts zäher Nebel auf, danach wird es teils heiter mit 18 bis 24 Grad, wie die 10-Tage-Vorhersage des DWD zeigt.

Im Süden bleibt es auch am Sonntag und Montag nach Nebel oft freundlich. Der Norden bekommt zeitweise Regen, an exponierten Küstenabschnitten sind am Sonntagabend stürmische Böen möglich.

Mit 30 Grad rechnet der Wetterdienst nicht mehr, und auch nicht mit dem Landregen, auf den Flüsse und Wälder warten. Ab dem 8. Oktober wird es wechselhafter, die Höchstwerte sinken dann auf 15 bis 20 Grad.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner