Ukraine-Krieg

Bericht: Ukraine verhandelt über Lieferung von F-16-Munition zur Abwehr russischer Jet-Drohnen

Russland setzt zunehmend Drohnen mit Düsenantrieb gegen die Ukraine ein. Kiew verhandelt einem Bericht zufolge über Munitionslieferungen für F-16-Kampfjets, um die Flugkörper abzufangen.

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Ein F-16-Kampfjet fliegt über Kiew

Ein F-16-Kampfjet fliegt über Kiew

© Roman Pilipey/AFP

Die Ukraine sucht nach zehntausenden 20-Millimeter-Geschossen für ihre F-16-Kampfjets, um damit zunehmend eingesetzte russische Jet-Drohnen abzufangen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Kiew verhandelt demnach mit mehreren europäischen Ländern und Herstellern über die Beschaffung der Munition.

Hintergrund ist der zunehmende Einsatz schnellerer russischer Drohnen, die für die ukrainische Luftabwehr schwieriger abzufangen sind. Russland setzt laut Bloomberg inzwischen täglich Dutzende Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb ein. Sie erreichen höhere Geschwindigkeiten als ältere Modelle mit Propellerantrieb und sind dadurch schwieriger abzuwehren.

Selenskyj: Abfangquote von 57 Prozent

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur in seiner Abendansprache, dass 90 von 120 gegen die Ukraine eingesetzten Drohnen mit Düsenantrieb ausgestattet gewesen seien. Die Abfangquote bei diesen Drohnen habe bei 57 Prozent gelegen. Selenskyj sagte dem Bericht zufolge, neue Abfangsysteme würden bereits getestet, müssten aber noch weiterentwickelt und in größerem Maßstab eingesetzt werden.

Reuters berichtete am Montag, dass eine russische Drohne unter anderem die Nationale Akademie der Wissenschaften in Kiew getroffen habe. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet. Bei mehreren Angriffen auf Kiew seien zudem 24 Menschen verletzt worden. Auch eine Pharmafirma, Tankstellen und eine medizinische Einrichtung in der ukrainischen Hauptstadt seien getroffen worden.

Warum die Ukraine auf Munition für F-16-Jets setzt

Nach Angaben von Bloomberg kann die 20-Millimeter-Munition aus der Bordkanone der F-16-Jets verschossen werden. Pro Abschuss werden demnach durchschnittlich etwa 150 Geschosse benötigt. Bei dem derzeitigen Einsatzumfang ergibt sich laut dem Bericht ein Bedarf von rund 10.000 Schuss pro Tag.

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Bloomberg beschreibt die F-16-Munition als eine kostengünstige und kurzfristig verfügbare Möglichkeit, die Drohnen abzufangen. Ein Vorteil gegenüber den für die Luftverteidigung eingesetzten Patriot-Systemen sei demnach die Verfügbarkeit: Während die Bestände an Patriot-Abwehrmunition knapp geworden seien, gebe es weltweit größere Mengen der für die F-16 benötigten Munition.

Die Ukraine versucht zudem, die Lieferung von drei weiteren F-16 aus Belgien zu beschleunigen, erklärte Selenskyj am Dienstag auf X. Diese Maschinen sollen laut Bloomberg nach bisherigen Plänen bis Ende 2026 eintreffen. „Wir haben bereits dringende Lieferungen von F-16-Munition aus Belgien und anderen Ländern, darunter Spanien, erhalten“, schrieb Selenskyj zudem.

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