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Bericht: Pentagon plant Treffen mit Nato-Mitgliedern – doch nicht alle sind eingeladen

Mehrere wichtige Nato-Verbündete sollen nicht zu einem Treffen in Polen eingeladen worden sein. Was ist darüber bekannt?

4 Min
Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika

Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika

© Nicolas Tucat/AFP

Die US-Regierung hat mehrere wichtige Nato-Verbündete nicht zu einem für Oktober geplanten Treffen eingeladen. Das berichtet Politico unter Berufung auf sechs mit den Planungen vertraute Diplomaten. Es soll sich demnach um eine Art Arbeitsgruppe handeln, die über die Zukunft der Nato berät. Zu den nicht eingeladenen Ländern gehören dem Bericht zufolge unter anderem Großbritannien, Frankreich und die baltischen Länder.

Das Treffen soll in Polen stattfinden und wird laut Politico von Elbridge Colby, dem für Verteidigungspolitik zuständigen Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, vorangetrieben. Die Auswahl sorgt laut Politico bei Diplomaten der nicht eingeladenen Staaten für Fragen. Unter den ausgeschlossenen Ländern sind demnach einige der größten europäischen Verteidigungsausgeber und wichtige Nato-Mitglieder.

Ein Vertreter eines ausgeschlossenen Verbündeten sagte: „Wir tun alles, was von uns verlangt wird.“ Man versuche zu verstehen, nach welchen Kriterien die Teilnehmer ausgewählt würden und welchem Zweck die Gespräche dienten. Es seien bisher nur wenige Informationen übermittelt worden.

Ähnliche Treffen in der Vergangenheit

Colby hat laut Politico bereits zwei vergleichbare Treffen mit Norwegen, Schweden, Finnland, Polen, Deutschland und den Niederlanden abgehalten. Die Treffen werden demnach als „Bergen Group“-Format bezeichnet. Ein Diplomat eines eingeladenen Landes sagte Politico zufolge, das Format solle nicht zu einer Spaltung der Nato führen. Vielmehr sollten dort Ideen entwickelt werden, die anschließend in das gesamte Bündnis eingebracht und dort weiter geprüft werden könnten.

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Nach einem ersten Treffen der Gruppe im Juni beschrieb Colby die Teilnehmer auf X als Länder, die ihre Ausgabenverpflichtungen zügig erfüllen, „über die nötige Größe verfügen, um einen Beitrag zu leisten, und bereit sind, sich der praktischen Umsetzung zu widmen“. Man arbeite gemeinsam „mit Hochdruck“ an der Zukunft von „Nato 3.0“. Laut Politico sagte er bei einer Konferenz in Washington diesen Monat, das Ziel sei, „das gesamte Bündnis mitzuziehen“.

Dänemark könnte Teil der Gruppe werden

Auch einige der eingeladenen Staaten stellen laut Politico infrage, warum Länder wie Großbritannien nicht an den Gesprächen beteiligt sind. Ein Diplomat warnte demnach davor, die Nato in „gute“ und „schlechte“ Mitglieder aufzuteilen. Das Weiße Haus äußerte sich nach Angaben des Portals zunächst nicht auf eine Anfrage zu dem geplanten Treffen; das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.

Politico berichtet zudem, dass Dänemark möglicherweise als nächstes Land in die Gruppe aufgenommen werden könnte. Hintergrund sei eine kürzlich geschlossene Vereinbarung über eine Ausweitung der US-Militärpräsenz in Grönland.

Konzept der „vorbildlichen Verbündeten“

Politico verweist in dem Zusammenhang des nun geplanten Treffens zudem auf einen früheren Bericht aus dem April. Zu dem Zeitpunkt berichtete das Portal unter Berufung auf Quellen, dass das Weiße Haus eine Art Liste entwickelt habe, die Verbündete nach ihrem Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung in unterschiedliche Kategorien einteile.

Das US-Verteidigungsministerium hatte dem Bericht zufolge zuvor erklärt, es werde „der Zusammenarbeit mit vorbildlichen Verbündeten, die ihren Beitrag zur kollektiven Verteidigung leisten, Priorität einräumen“.

Welche konkreten Folgen die Einstufung als bevorzugter oder weniger bevorzugter Verbündeter haben könnte und welche Länder in welche Kategorie fallen, blieb laut Politico zunächst unklar. Als mögliche Instrumente wurden unter anderem Veränderungen bei der Stationierung US-amerikanischer Truppen, bei gemeinsamen Militärübungen oder bei Waffenverkäufen genannt.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte das Konzept der „vorbildlichen Verbündeten“ bereits im Dezember 2025 beschrieben. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, sagte er damals: „Verbündete, die als Vorbilder vorangehen, wie Israel, Südkorea, Polen, zunehmend Deutschland, die baltischen Staaten und andere, werden unsere besondere Unterstützung erhalten.“ Zugleich warnte er: „Verbündete, die ihren Teil für die kollektive Verteidigung weiterhin nicht leisten, werden Konsequenzen zu spüren bekommen.“


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