Sommerzeit

Trump will die Zeitumstellung bis 1. November abschaffen – doch ein Parteifreund bremst

Dauerhafte Sommerzeit in den USA? Trump fordert vom US-Senat das Ende der Zeitumstellung. Auch die EU streitet seit Jahren darüber.

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im Kapitol in Washington, rechts im Bild eine historische Standuhr. Im Senat entscheidet sich, ob in den USA künftig noch an der Uhr gedreht wird.

im Kapitol in Washington, rechts im Bild eine historische Standuhr. Im Senat entscheidet sich, ob in den USA künftig noch an der Uhr gedreht wird.

© IMAGO/CNP/ABACA

Donald Trump will die Zeitumstellung in den USA abschaffen, und zwar schnell. Bis zum 1. November bleibt dem Senat Zeit, sonst drehen die Amerikaner wieder an der Uhr. Im Weg steht ausgerechnet ein Mann, den Trump selbst zur Wiederwahl empfohlen hat.

Auf Truth Social hat der US-Präsident die Republikaner im Senat aufgefordert, den Sunshine Protection Act zu verabschieden. Trump nennt ihn den „No More Changing of Clocks Act“.

Das Gesetz würde die Sommerzeit in fast allen Bundesstaaten dauerhaft machen. Den Bremser nennt Trump beim Namen: Senator Tom Cotton aus Arkansas halte es auf, „aus unbekannten Gründen“.

Dauerhafte Sommerzeit: Was Trump verspricht

Cotton ist nicht irgendwer. Als Chef der republikanischen Fraktionskonferenz ist er der dritthöchste Republikaner im Senat.

Im Frühjahr hatte Trump ihm noch seine „vollständige und uneingeschränkte Unterstützung“ für die Wiederwahl zugesagt, berichtete der Sender KNWA. Jetzt stellt er ihn öffentlich als Blockierer hin.

Die halbjährliche Umstellung sei „lächerlich“ und koste das Land „ein Vermögen“, schreibt Trump. Mehr Licht am Abend helfe gegen Kriminalität und Unfälle und nütze Sport, Tourismus und Gastronomie.

Selbst Farmer hätten abends lieber mehr Zeit für die Ernte, behauptet er.

Schlafmediziner warnen vor Dauer-Jetlag

Cottons Gründe sind dabei öffentlich bekannt. Im Oktober 2025 warnte er im Senat, Schulkinder müssten bei ewiger Sommerzeit im Dunkeln zur Schule laufen, wie der Daily Beast dokumentiert. Der Winter werde für Millionen Amerikaner „dunkel und trostlos“.

Die Fachwelt gibt eher ihm recht als Trump. Die American Academy of Sleep Medicine lehnt das Gesetz ab, weil die Sonne im Winter vielerorts erst nach 8 Uhr aufginge.

Die Schlafmediziner sprechen von sozialem Jetlag, das ganze Jahr über. Auch sie wollen die Umstellung beenden, allerdings mit dauerhafter Normalzeit.

308 zu 117 im Repräsentantenhaus, Hängepartie im Senat

Im Juli stimmte das Repräsentantenhaus mit 308 zu 117 Stimmen für das Gesetz. Im Senat sind 60 Stimmen nötig, um eine Blockade zu brechen.

Auch Mehrheitsführer John Thune gehört zu den Skeptikern. Er stimmte im Handelsausschuss gegen einen ähnlichen Entwurf, weil die Wintersonne in South Dakota sehr spät aufginge, berichtete The Hill.

2022 war es umgekehrt. Damals passierte ein ähnlicher Entwurf einstimmig den Senat und versandete im Repräsentantenhaus.

Schon 1974 scheiterte die ewige Sommerzeit

Amerika hat das Modell bereits ausprobiert. Wegen der Ölkrise galt ab dem 6. Januar 1974 im Großteil des Landes ganzjährig Sommerzeit.

Nach einem einzigen Winter mit dunklen Morgen war die Stimmung gekippt. Der Kongress kehrte noch im selben Jahr zur Normalzeit im Winter zurück.

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Zeitumstellung in Deutschland: Was sich für uns ändern würde

Hierzulande wird die Uhr in der Nacht zum 25. Oktober von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Die USA folgen am 1. November.

Kippt der Senat die Umstellung vorher, bliebe die Ostküste im Winter auf Sommerzeit. Zwischen Berlin und New York lägen dann fünf statt sechs Stunden.

Die EU wollte die Zeitumstellung längst los sein. In einer Umfrage der EU-Kommission stimmten 2018 84 Prozent von 4,6 Millionen Teilnehmern für das Aus, das Europaparlament folgte 2019. Seitdem hängt das Vorhaben fest, weil sich die Mitgliedstaaten nicht auf eine dauerhafte Zeit einigen.

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