Wetterphänomen

Plus 3,9 Grad, Tendenz steigend: Am Donnerstag kommt die Rekord-Prognose für den Monster-El-Niño

El Niño 2026: NOAA-Prognose am 8. Oktober. Wie wahrscheinlich der stärkste El Niño seit 1950 ist und was das für den Winter in Deutschland heißt.

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Meterhohe Brecher an der Pazifikküste: Wie stark der El Niño in diesem Winter wird, zeigt die neue Prognose der US-Klimabehörde NOAA am Donnerstag (Symbolbild).

Meterhohe Brecher an der Pazifikküste: Wie stark der El Niño in diesem Winter wird, zeigt die neue Prognose der US-Klimabehörde NOAA am Donnerstag (Symbolbild).

© Robin Loznak/Imago

Vor der Küste Perus ist der Pazifik derzeit 3,9 Grad wärmer als normal, Anfang Juli waren es noch 2,7 Grad. Am Donnerstag legt die US-Klimabehörde NOAA ihre neue Prognose vor und damit die Antwort auf die Frage, ob sich der stärkste El Niño seit 1950 aufbaut. Für Deutschland geht es dabei auch um den Winter.

75 Prozent: Mit dieser Rekordchance geht die NOAA in den Donnerstag

Das Climate Prediction Center, der Vorhersagedienst der NOAA, veröffentlicht seine Diagnose an jedem zweiten Donnerstag im Monat. Der Bericht vom 8. Oktober erscheint in der Regel am Nachmittag deutscher Zeit.

Im September gaben die Fachleute die Chance auf ein „historisches“ Ereignis für Oktober bis Dezember mit 75 Prozent an. Im August waren es 69 Prozent.

Gemeint ist ein El Niño, der alle Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen übertrifft. Die Stufe darunter ist längst eingepreist. Für einen sehr starken El Niño nennt die NOAA eine Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent.

Von 2,7 auf 3,9 Grad: Der Pazifik heizt sich weiter auf

Die 3,9 Grad stammen aus der jüngsten Wochenauswertung der NOAA für die Meeresregion vor Ecuador und Peru. Im August-Mittel lag der Wert bei 3,4 Grad.

Im zentralen Pazifik, nach dem El Niño offiziell eingestuft wird, meldet die Behörde plus 2,2 Grad. Im August waren es 1,8 Grad.

Über Indonesien regnet es seit Juni weniger als üblich. Die großen Gewitterwolken sind nach Osten über den offenen Pazifik gewandert, ein typisches Zeichen dafür, dass Ozean und Luft im El-Niño-Takt laufen.

Am Klimainstitut IRI der Columbia University in New York rechnen alle 22 ausgewerteten Modelle damit, dass das Ereignis bis in den Winter „sehr stark“ bleibt. Ein einziges abweichendes Modell gibt es nicht.

Die Rekordmarke von 2,5 Grad hat noch kein El Niño geknackt

Für die offizielle Einstufung nutzt die NOAA seit Februar einen neuen Index namens RONI. Er bildet ein Dreimonatsmittel und rechnet die allgemeine Erwärmung der Tropenmeere heraus, damit der Klimawandel die Werte nicht künstlich aufbläht.

„Historisch“ wird es ab plus 2,5 Grad für Oktober bis Dezember. Laut der aktuellen NOAA-Tabelle kam selbst der Jahrhundert-El-Niño von 2015/16 nur auf 2,3 Grad.

Für Juni bis August steht der Index bei 1,4 Grad. Der Abstand wirkt groß, doch das Dreimonatsmittel hinkt den Wochenwerten hinterher, weil es den kühleren Frühsommer mitschleppt. Am Donnerstag kommt der Wert für Juli bis September hinzu.

Mildwinter oder Kältewelle: Was der Rekord für Deutschland bedeutet

Der bislang letzte sehr starke El Niño fiel in den Winter 2015/16. Der wurde laut Deutschem Wetterdienst einer der mildesten seit 1881, mit 3,6 Grad im Mittel.

Das muss sich nicht wiederholen. Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg sagte dem Science Media Center Germany, El Niño könne ab Januar die Wahrscheinlichkeit starker Kaltlufteinbrüche in Nord- und Mitteleuropa „deutlich erhöhen“.

Der Weg dorthin führt über den Polarwirbel hoch über der Arktis. Gerät er aus dem Tritt, kann Frost bis nach Mitteleuropa durchbrechen. Wie die Berliner Zeitung bereits im August berichtete, gilt deshalb vor allem der Spätwinter als offen.

Der Pazifik verschiebt die Wahrscheinlichkeiten. Über den Winter vor der Haustür entscheidet er nicht.

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Nach Donnerstag: Warum jetzt jeder Zehntelgrad zählt

Deutlicher sind die Folgen weit weg von Europa. Kolumbien rechnet laut dem US-Portal Latin Times für 2026 mit 12,5 Millionen Sack Kaffee, acht Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch für die Weltmitteltemperatur ist der Pazifik entscheidend. Mehrere vom Science Media Center befragte Forscher halten es für wahrscheinlich, dass 2027 den bisherigen Rekord von 2024 übertrifft.

Ob der El Niño tatsächlich historisch wird, steht erst im Januar fest. Bis dahin muss der Dreimonatsindex von 1,4 auf mindestens 2,5 Grad steigen.

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