Die XXL-Länderspielpause hat dafür gesorgt, dass man sich im Ligaalltag erst einmal wieder neu sortieren muss. Wie viele Spieltage waren eigentlich schon absolviert? Und welche Mannschaft hat wie viele Punkte gesammelt? Sechs Partien sind für jedes Team in der diesjährigen Zweitliga-Saison schon in den Büchern, mit Ausnahme von Holstein Kiel hat jeder Klub auch schon mindestens eine Partie für sich entscheiden können.
Führung gegen St. Pauli in Überzahl verspielt
Der FC Energie Cottbus liegt mit acht Punkten auf dem beachtlichen siebten Tabellenplatz, zwei mehr hätten es sein können, wenn die Lausitzer in langer Überzahl vor knapp drei Wochen gegen den FC St. Pauli die zwischenzeitliche 1:0-Führung über die Zeit gebracht hätten. Stattdessen kassierte die Elf von Trainer Claus-Dieter Wollitz in der Schlussphase noch einen Gegentreffer zum 1:1-Endstand. Ärgerlich war das, abgehakt ist das zweite Remis gegen einen Bundesliga-Absteiger nach dem spektakulären 4:4 in Wolfsburg allerdings längst.
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Der Blick richtet sich auf das Gastspiel am Sonnabend (13 Uhr) beim SV Darmstadt 98. Die Südhessen, die in der zurückliegenden Saison lange im Aufstiegsrennen zur Bundesliga mitmischten, haben einen Fehlstart hingelegt. Lediglich vier Zähler bedeuten momentan Rang 18 – Schlusslicht der Liga. „Ich kann mich komplett in ihre Lage hineinversetzen“, zeigte Wollitz am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz Mitgefühl mit dem kommenden Gegner. „Sie haben Top-Spieler verloren. Ich denke, dass es gewisse Vereine gibt, die so etwas nicht gleich Eins-zu-eins ersetzen können. Diese Qualität innerhalb kürzester Zeit zu ersetzen, ist aus meiner Sicht extrem kompliziert“, sagte der 61-Jährige.
Isac Lidberg (l.) und Fraser Hornby verließen Darmstadt 98 im Sommer.
© IMAGO/HMB Media/Claus
Was Wollitz meint: Darmstadt verlor im Sommer mit Isac Lidberg (Borussia Mönchengladbach) und Fraser Hornby (VfL Wolfsburg) das geniale Sturmduo aus dem Vorjahr. Gemeinsam hatten die beiden 28 der 57 Darmstädter Saisontore erzielt, also quasi die Hälfte. Der Trainer erinnerte sich mit Blick auf den personellen Aderlass an den Sommer 2011, als er mit Emil Jula, Jiayi Shao und Nils Petersen drei Offensivkräfte auf einen Schlag abgeben musste. „Wie soll ein Verein sowas ersetzen“, fragte Wollitz rhetorisch.
Bei Auswärtssieg sieben Punkte vor Darmstadt
Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt sieht er trotzdem bestens aufgestellt: „Sie haben unfassbar viel Substanz. Wenn wir dort bestehen wollen, brauchen wir absolute Verlässlichkeit und dürfen keine Naivität zeigen.“ Sollte den Lausitzern nach dem 3:0-Erfolg in Karlsruhe der zweite Auswärtssieg der Saison gelingen, würde der Aufsteiger schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt der Saison sieben Punkte zwischen sich und den Gegner legen. Bei einer Niederlage müsste sich Cottbus in der unglaublich engen 2. Liga per Schulterblick etwas weiter nach hinten orientieren.
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Zum Ende der Pressekonferenz wurde Claus-Dieter Wollitz nach dem streitbaren Abgang von Cristiano Ronaldo beim portugiesischen Nationalteam befragt. Der 41-Jährige hatte das Trainingsquartier nach einer Auseinandersetzung mit Trainer Jorge Jesus wutentbrannt verlassen. „Ich kenne die Interna nicht, deshalb ist es für mich schwer zu beurteilen“, leitete Wollitz seine Antwort zunächst diplomatisch ein. „Ich denke aber, dass man das anders begleiten kann und ich würde so etwas als Trainer auch anders begleiten. Es ist schade, dass mit einer sportlichen Legende so umgegangen wird.“
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