Eine beliebte Straßenbahnverbindung gibt es nicht mehr. Bauarbeiten führen dazu, dass von der M1 in Pankow und Mitte nur noch der nördliche Teil von der Tram befahren wird. Bald stehen weitere Unterbrechungen an. Eine interne Liste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zeigt, dass 2027 auch anderswo Strecken gesperrt werden.
In der Köpenicker Altstadt müssen Fahrgäste ebenfalls auf Busse umsteigen, dabei wird es bis vorerst bleiben. Die Allee der Kosmonauten, die Rhin-, Oderbrück- und Konrad-Wolf-Straße sowie die Marzahner Brücken sind im kommenden Jahr weitere Bauschwerpunkte bei der Straßenbahn.
Viele Projekte stehen auf der Liste. Wir geben einen Überblick über die größten Vorhaben.
„Das ist doch alles irre“: Wie eine Tram-Aktivistin mit der Verkehrspolitik in Berlin abrechnet
Immer langsamer, immer unpünktlicher: Die Tram-Bilanz für Berlin ist alarmierend
Altstadt Köpenick (Straßenbahnlinien 27, 61, 62, 63, 67 und 68): Die Gleisbauarbeiten in der Altstadt Köpenick sollten im Herbst 2027 enden. Inzwischen steht fest: Sie dauern bis ins darauffolgende Jahr. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass Fahrgäste bis voraussichtlich 29. März 2028 Busse nutzen müssen. Die BVG erneuert rund zwei Kilometer Straßenbahninfrastruktur und Gleise, während die Berliner Wasserbetriebe (BWB) Trinkwasserleitungen sowie Kanäle sanieren. Frost und Probleme mit unterirdischen Leitungen haben das Bauvorhaben verzögert. Weitere Sperrungen sind in Sicht.
Am Kupfergraben (Straßenbahnlinien M1, 12): In diesem Bereich können vom 21. Dezember 2026 voraussichtlich bis zum 31. Januar 2028 keine Straßenbahnen fahren. Als Gründe nennt die BVG Kranarbeiten am Pergamonmuseum sowie Arbeiten an Wasserrohren und Fahrleitungen. Nicht nur die Gleisschleife am Kupfergraben, auch die Gleise in der Friedrichstraße liegen brach. Für die M1 verkehren Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Am Kupfergraben, Hackescher Markt und Alexanderplatz – allerdings nur nachts.
Bus statt Bahn auf dem Schloßplatz in Köpenick: Der Straßenbahnverkehr in der Altstadt bleibt auch im kommenden Jahr unterbrochen, so die BVG.
© Peter Meißner/imago
Schönhauser Allee (Straßenbahnlinie M1): Wenn die Schönhauser-Allee-Brücke abgerissen und neu errichtet wird, können in diesem Bereich keine Straßenbahnen fahren. Die Linie M1 wird geteilt. Im südlichen Abschnitt fährt die Tram vom Hackeschen Markt zu einer neuen Zwischenendstelle in der Schönhauser Allee, die in Höhe Gleimstraße eingerichtet wird. Der Bau der Weichenverbindung wirkt sich vom 1. Februar bis 21. Juni 2027 auf den Betrieb aus.
Auf dem nördlichen Abschnitt der Linie M1 biegen die Bahnen wie jetzt schon aus Richtung Pankow in die Bornholmer Straße ab und enden an der Björnsonstraße. Ein Schienenersatzverkehr via Schivelbeiner Straße schließt die Lücke. Diese Regelung gilt voraussichtlich vom 21. Juni 2027 bis auf Weiteres. Die M1 bleibt mehrere Jahre unterbrochen.
„Berlin leidet unter Anti-Verkehrspolitik“: Die Abrechnung vor der Wahl
Friedrich-Engels-Straße (M1): Gleisbauarbeiten führen dazu, dass die M1 auch im Norden gekürzt wird. Vom 1. Juli bis 12. Dezember 2027 kehrt die Straßenbahn bereits an der Nordendstraße um. Von dort bis Rosenthal Nord verkehren Busse im SEV.
Hermann-Hesse-Straße (M1): Arbeiten an Gleisen und Weichen haben zur Folge, dass in Pankow zeitweise sogar die gesamte M1 Nord stillliegt. Vom 6. September bis in den Oktober 2027 hinein fahren Busse von der Schönhauser Allee/ Schivelbeiner Straße über Pankow nach Rosenthal Nord sowie zur Schillerstraße in Niederschönhausen.
Danziger Straße (M10): Wegen Gleisbauarbeiten an der Kreuzung mit der Kniprodestraße wird die M10, eine der am stärksten genutzten Straßenbahnlinien Berlins, unterbrochen. Vom 26. Juni bis zum frühen Morgen des 11. Oktober 2027 fahren zwischen der Landsberger Allee/ Petersburger Straße und dem Arnswalder Platz Busse im Ersatzverkehr.
Eine Straßenbahn der BVG unterwegs im Osten Berlins. Allein im vergangenen Jahr wurde das größte Tram-Netz in Deutschland für 210,6 Millionen Fahrten genutzt.
© Christian Spicker/imago
S-Bahnhof Springpfuhl – Allee der Kosmonauten/Rhinstraße – Gehrenseestraße (M8, M17, 18, 27): Gleisbauarbeiten auf der Kreuzung Allee der Kosmonauten/ Rhinstraße erfordern Sperrungen. Straßenbahnlinien werden verkürzt oder bekommen andere Streckenführungen. Busse ersetzen die Straßenbahnen.
Die erste Sperrung dauert vom 1. März bis 18. Mai 2027. In der zweiten Bauphase, die vom 18. bis 24. Mai 2027 dauert, wird der gesperrte Abschnitt im Osten bis Alt-Marzahn erweitert. In der dritten Bauphase (bis 24. Juli 2027) verbindet der SEV die Kreuzung Allee der Kosmonauten mit der Gehrenseestraße.
Oderbruchstraße (Straßenbahnlinien M5, M6): Die Oderbruch- und die Hohenschönhauser Straße werden von Grund auf erneuert. Auch die Berliner Wasserbetriebe planen Bauarbeiten. Deshalb werden die Bahnen der Linien M5 und 6 über die Karl-Lade-Straße und den Weißenseer Weg umgeleitet. Die Sperrung beginnt am 1. Mai 2027 und soll bis 2029 dauern. SEV-Busse fahren auf einer Ringlinie.
S-Bahn Berlin: Auf diesen Strecken fahren 2027 monatelang keine Züge
Marzahner Brücken (Straßenbahnlinien M6, 16): Außer der U5 wird im Sommer eine weitere Schienenverbindung nach Marzahn-Hellersdorf unterbrochen. Die Tramstrecke wird auf eine neue Brücke verschwenkt. Folge ist, dass zwischen dem S-Bahnhof Marzahn und der Haltestelle Landsberger Allee/Rhinstraße keine Straßenbahnen verkehren können.
Busse ersetzen die Bahnen der Linien M6 und 16. Die erste lange Sperrung ist im kommenden Jahr für die Zeit vom 26. Juli bis 18. Oktober 2027 vorgesehen. Eine weitere Sperrung an den Marzahner Brücken folgt vom 12. Dezember 2027 bis 6. März 2028.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]