Diese Woche fährt das Wetter Karussell: Auf Frost in der Nacht zu Dienstag folgen bis Donnerstag noch einmal 23 Grad. Der Deutsche Wetterdienst erwartet heute Nacht Tiefstwerte bis 0 Grad, am Sonntag dann nur noch Höchstwerte von 10 bis 15 Grad. Wer Kübelpflanzen draußen hat, sollte sie schon heute Abend ins Haus holen.
0 Grad heute Nacht: Frost von der Alb bis Brandenburg
In der Nacht zu Dienstag reißt die Wolkendecke über weiten Teilen des Landes auf. Von der Schwäbischen Alb über Bayern bis nach Brandenburg sinken die Temperaturen bis auf 0 Grad, örtlich gibt es leichten Frost.
An der Küste und im Nordwesten bleibt es mit 7 bis 11 Grad deutlich milder. Dort zieht am Dienstag Regen auf, im Süden und Osten startet der Tag nach Nebel freundlich. Die Höchstwerte liegen bei 14 bis 20 Grad.
Wie frisch die Morgen schon sind, zeigte der Montag. Gegen 9 Uhr meldete das Wetterportal Meteored in Berlin und München je 7 Grad, im Hamburger Nebel nur 3 Grad.
Wo sich Nebel bildet, kann die Sicht unter 150 Meter sinken, dann warnt der DWD. Auf Brücken ist am frühen Dienstag zudem Glätte möglich. Die aktuellen Warnungen stehen im Warnlagebericht und in der App Warnwetter.
23 Grad am Donnerstag: Der Oktober spielt noch einmal Spätsommer
Ab Mittwoch ist der Frost vorbei. Damit tritt ein, was sich nach der Polarluft-Kaltfront der Vorwoche abgezeichnet hatte: Das Hoch ist zurück.
Am Mittwoch erreichen die Werte laut DWD bis 22 Grad am Oberrhein, am Donnerstag bis 23 Grad am Niederrhein. Das sind rund acht Grad mehr, als für Mitte Oktober üblich ist. An der See bleibt es mit 16 Grad verhaltener.
Der Haken bleibt der Nebel. In Nordbayern und entlang der Donau hält er sich teils bis in den Nachmittag, dort bleibt es spürbar kühler. Am Freitag ziehen im Nordwesten erste Schauer auf, im Breisgau sind noch 22 Grad möglich.
Acht Grad weniger in drei Tagen: Am Sonntag ist die Wärme weg
Am Wochenende kippt die Lage. Am Samstag erreichen die Höchstwerte noch 12 bis 17 Grad, am Sonntag nur 10 bis 15 Grad. Dazu ziehen einzelne Schauer durch, dazwischen bleibt es länger trocken.
Meteored-Meteorologe Johannes Habermehl sieht dahinter einen Trog über Skandinavien, eine Zunge kalter Höhenluft, die polare Luft weit nach Süden lenkt. In seiner Rechnung fallen die Werte um zehn Grad und mehr, vielerorts bliebe es tagsüber einstellig.
Auch Schnee ist für das Portal ein Thema. Die Schneefallgrenze könnte auf 1000 bis 1200 Meter sinken. In den Alpen wäre dann verbreitet Neuschnee möglich, auf dem Feldberg und dem Fichtelberg die ersten Flocken.
Frost oder Spätsommer? Warum die Wettermodelle streiten
Beim Ausmaß der Abkühlung gehen die Rechnungen auseinander. Der DWD sieht bis Sonntag keinen weiteren Frost, die Nacht zum Sonntag kühlt auf 11 bis 3 Grad ab. Für die Tage danach erwartet er weiter mäßig warmes Wetter, nennt den Trend aber selbst unsicher.
Ein Kälteeinbruch im Oktober wäre ohnehin kein Vorbote eines strengen Winters, sondern ein Muster, das sich in vielen Jahren wiederholt. Für Mitte Oktober gelten Höchstwerte um 13 bis 15 Grad als üblich, hatte Meteorologe Dominik Jung bei t-online betont. Der Sonntag läge damit im Normalbereich.
Wie unzuverlässig der Termin solcher Wenden ist, zeigt dieser Herbst selbst. Ende September sahen einzelne Modelle die Kaltluft schon um den 12. Oktober, das Hoch hielt länger durch.
Kommt jetzt der Winter? Was Autofahrer bis Sonntag erledigen sollten
Ob nach dem Sonntag echte Polarluft folgt oder die milde Luft zurückkehrt, ist offen. Für den November gibt es noch keinen belastbaren Trend.
Wer in höheren Lagen wohnt oder in die Alpen fährt, sollte die warmen Tage für den Reifenwechsel nutzen. Der ADAC verweist auf die Faustregel „von O bis O“, also Oktober bis Ostern. Es gilt eine situative Winterreifenpflicht, wer bei Glätte mit Sommerreifen fährt, riskiert 60 Euro Bußgeld und einen Punkt.
Kübelpflanzen, die ab Mittwoch wieder auf Balkon und Terrasse dürfen, sollten nah am Haus bleiben. Setzt sich die Meteored-Variante durch, sind sie nach Sonntag schnell wieder reinzuholen.
Ein Wintermonat wird der Oktober trotzdem nicht. Nach Einschätzung von Meteored dürfte er in der Bilanz ein bis zwei Grad zu warm ausfallen.
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