Antisemitismus

Junge Union Thüringen: Antisemitischer Post gegen Schatzmeisterin Clara von Nathusius – Landesvorstand will Parteiausschluss

Aufruhr in der Jungen Union Thüringen. Ein Mitglied hat die Bundesschatzmeisterin der Jugendorganisation, Clara von Nathusius, antisemitisch und frauenfeindlich beleidigt.

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JU-Schatzmeisterin Clara von Nathusius wurde von einem Parteikollegen aus Thüringen antisemitisch beleidigt.

JU-Schatzmeisterin Clara von Nathusius wurde von einem Parteikollegen aus Thüringen antisemitisch beleidigt.

© Hannes P Albert/dpa

Ein Mitglied der Jungen Union (JU) Thüringen hat mit einem antisemitischen und frauenfeindlichen Kommentar gegen die Bundesschatzmeisterin der Jugendorganisation, Clara von Nathusius, parteiinterne Empörung ausgelöst, wie die Thüringer Allgemeine berichtet. Demnach hat der thüringische JU-Landesvorsitzende Lennart angekündigt, den Ausschluss des Verfassers voranzutreiben.

Hintergrund des Vorfalls sind finanzielle Schwierigkeiten der Jungen Union, die am Donnerstag öffentlich wurden. Nach einem Bericht des Focus muss die Jugendorganisation rund 350.000 Euro an staatlichen Fördermitteln zurückzahlen und sich dafür etwa 300.000 Euro bei der CDU leihen. Die 31-jährige von Nathusius, die auch als Influencerin bekannt ist, steht in der Kritik, die Probleme zu spät erkannt zu haben. Sie kündigte an, nicht erneut für den Bundesvorstand zu kandidieren.

Kreisvorsitzender spricht von Grenzüberschreitung

Noch am Donnerstagabend verfasste daraufhin ein Mitglied der JU Thüringen den Kommentar, in dem er Frauen in Vorständen pauschal die Schuld an Problemen gab und von Nathusius mit einem antisemitischen Stereotyp unterstellte, absichtlich falsch mit Geld umgegangen zu sein: „Das passiert (sic!) wenn man Frauen in Vorstände wählt. Aber jetzt mal ganz ehrlich: Clara ist Jüdin, die können mit Geld umgehen, es kann sich also nicht um ein Versehen handeln.“

Der zuständige Kreisvorsitzende widersprach dem Verfasser deutlich. „Das, was gesagt wurde, ist nicht hinnehmbar. Absolut nicht“, sagte er gegenüber der Thüringer Allgemeinen. Zugleich beschrieb er das betroffene Mitglied als engagiert im Kreisverband und als Person mit klaren Werten, die jedoch auch für einen „etwas derben Humor“ bekannt sei. „Aber das, was er hier gesagt hat, überschreitet eine Grenze.“ Der Kreisverband will den Vorfall intern aufarbeiten und über Konsequenzen beraten.

Landesvorstand setzt Ausschluss auf die Tagesordnung

Nach Angaben der Thüringer Allgemeinen bezeichnete Landesvorsitzender Geibert den Kommentar als „absolut ekelhaft“. Die Aussage sei völlig inakzeptabel und stehe in keinem Zusammenhang mit den Positionen der Partei oder der Jungen Union. Laut Geibert kam der geschäftsführende Landesvorstand noch am selben Abend zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen und beschloss einstimmig, den Ausschluss des Mitglieds auf die Tagesordnung einer zeitnah einzuberufenden außerordentlichen Landesvorstandssitzung zu setzen.

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