Die Hansestadt Rostock hat als erste Kommune in Deutschland einen Mindestpreis für Glühwein eingeführt. Bereits im Juni legte die Stadtverwaltung fest, dass ein Becher mit 0,2 Litern ab der Adventszeit nicht unter 2,50 Euro verkauft werden darf. Mit Schuss sind mindestens drei Euro fällig. Umgerechnet entspricht das einem Literpreis von 12,50 beziehungsweise 15 Euro.
Hintergrund der Regelung sind nach Angaben der Verwaltung „seit mehreren Jahren dokumentierte Menschenansammlungen, erhebliche Lärmbelästigungen, Verstöße gegen jugendschutzrechtliche Bestimmungen, Vermüllung des Bereichs sowie alkoholbedingte Störungen“.
Billigangebote sorgten für Ärger
Besonders im Fokus stehen die Verkaufsstellen in der Kröpeliner Straße im Zentrum der Stadt. Dort war Glühwein bislang zu Kampfpreisen von einem bis zwei Euro ausgeschenkt worden. Die Billigangebote hätten regelmäßig Hunderte Besucher angelockt, Anwohner klagten über Müll und Lärm, betrunkene Gäste gerieten wiederholt aneinander, wie mehrere Medien berichteten. Im Gegensatz zu den klassischen Weihnachtsmärkten existieren an diesen Verkaufsstellen zudem keine festen Schließzeiten.
Die Rechnung der Stadt: Wird der Alkohol teurer, trinken die Gäste weniger und verhalten sich rücksichtsvoller. Der Andrang in der Innenstadt soll so verringert werden.
Gastronomieverband kritisiert den Eingriff
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Rostock zeigt sich mit dem Vorgehen nicht einverstanden. Die Festlegung der Preise müsse den Wirten selbst überlassen bleiben, so der Verband. Diese seien dafür zuständig, den Jugendschutz einzuhalten und ausreichend Mülleimer bereitzustellen.
Lärm gehöre zur Außengastronomie allerdings dazu. Das Personal könne lediglich an die Kunden appellieren, Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen.
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