Drei Wochen vor dem Start des Weihnachtsmarkts greift in der Magdeburger Innenstadt ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Ab dem 2. November sind Straßen rund um den Alten Markt für Autos und Radfahrer gesperrt, außerdem fallen Parkplätze weg. Nach Angaben der Stadt sind die Maßnahmen behördlich abgestimmt und sollen Besucher und Anlieger schützen.
Der Markt selbst ist vom 23. November bis zum 29. Dezember geöffnet. Während der Öffnungszeiten werden die Zugänge kontrolliert. Hintergrund ist der Anschlag vom Dezember 2024.
Kontrollen trotz Berechtigungsschein
Welche Folgen das für die Menschen in der Innenstadt hat, war Thema einer Einwohnerversammlung im Rathaus. Ein Anwohner berichtete, er sei im vergangenen Jahr nach der Arbeit von Sicherheitskräften kontrolliert worden, die er als unfreundlich erlebt habe. Dabei sei auch sein Rucksack überprüft worden.
Er wollte wissen, ob das in diesem Jahr trotz Berechtigungsschein, den jeder Anwohner erhält, wieder so sein werde. Die Stadt bestätigte das. Sicherheitskräfte würden sich das Dokument zeigen lassen, es befreie aber nicht von der Kontrolle.
Mehr Streifen, kein Umzug auf den Domplatz
Auch das Parken war Thema. Ein weiterer Anwohner berichtete, sein Behindertenparkplatz sei während des Weihnachtsmarkts immer wieder von anderen Fahrzeugen belegt gewesen. Die Stadt kündigte an, in diesem Jahr intensiver zu bestreifen, damit dort niemand unberechtigt parke.
Eine Bewohnerin fragte, warum der Weihnachtsmarkt nicht auf den Domplatz verlegt werde. Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) verwies darauf, dass am aktuellen Konzept monatelang mit externen Sicherheitsexperten gearbeitet worden sei. Es lasse sich nicht ohne Weiteres auf den Domplatz übertragen.
Arbeitsgruppe soll Domplatz prüfen
Borris kündigte an, dass sich der Stadtrat mit der Frage befassen werde, wie der Domplatz künftig genutzt werden kann. Auch die Anrainer dort sollen befragt werden. Das brauche aber einen längeren Prozess.
Das Konzept gelte für dieses Jahr und müsse in den kommenden Jahren nicht gleich bleiben. Für dieses Jahr bat die Oberbürgermeisterin, sich mit den Einschränkungen zu arrangieren.
Diese Straßen sind gesperrt
Bis zum 3. Januar sind die Jakobstraße zwischen Johannisbergstraße und Julius-Bremer-Straße, die Hartstraße und die Straße Bei der Hauptwache gesperrt. Am 15. November und am 3. Januar werden für den Auf- und Abbau außerdem die Johannisbergstraße und die Jakobstraße zwischen Ernst-Reuter-Allee und Johannisbergstraße von 8 bis 20 Uhr voll gesperrt.
Die Zufahrtsschutzmaßnahmen gelten während der Öffnungszeiten und teilweise auch während des Auf- und Abbaus. Montags bis donnerstags sowie sonntags gelten sie von 10 bis 23 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 0.30 Uhr. Am 24. und 25. Dezember wird nicht kontrolliert, am 29. Dezember endet die Kontrolltätigkeit um 22 Uhr.
Anreise mit Bus und Bahn empfohlen
Ausnahmen gibt es nur für berechtigte Verkehre wie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei. Die Stadt empfiehlt Besuchern, mit Bus und Bahn anzureisen. Wer mit dem Auto kommt, soll die umliegenden Parkhäuser nutzen.
Die Sperrungen werden ausgeschildert und sind auch über die Verkehrsmeldungen auf Movi.de abrufbar. Radfahren ist auf dem gesamten Gelände verboten, vom Schieben des Rads rät die Stadt wegen des erwarteten Andrangs ab. Zu Fuß bleiben alle Geschäfte im Bereich des Marktes erreichbar.
Anschlag von 2024 prägt die Planung
Am 20. Dezember 2024 raste ein Mann mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt.
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Der Attentäter wurde im Juni wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.
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