Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der für die ukrainischen Streitkräfte gekämpft haben soll. Dem Mann wird „Söldnertum“ vorgeworfen. Das berichteten am Mittwoch mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf eine Erklärung des FSB.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax soll der Deutsche im November 2025 in die Ukraine gereist sein und dort einen Vertrag über drei Jahre Militärdienst unterzeichnet haben. Später sei er desertiert, weil er die vereinbarte Bezahlung nicht erhalten habe. Diese Darstellung lässt sich bislang nicht unabhängig überprüfen.
FSB behauptet: Deutscher war bereits als Scharfschütze in der Ukraine
Der russische Geheimdienst veröffentlichte nach Berichten des Nachrichtenportals News.ru auch ein Video, das den Festgenommenen bei einem Verhör zeigen soll. Demnach soll der Mann bereits zwischen 2016 und 2018 als Scharfschütze in einer Einheit der ukrainischen Territorialverteidigung gedient haben. Zu der Einheit hätten laut FSB auch britische Staatsangehörige gehört.
Die russischen Behörden prüfen nach Angaben von Interfax die Einleitung eines Strafverfahrens wegen „Söldnertums“ nach Artikel 359 des russischen Strafgesetzbuchs. Eine entsprechende Entscheidung sei zunächst noch nicht getroffen worden.
Die Identität des Deutschen und der genaue Ort seiner Festnahme wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Eine unabhängige Bestätigung der russischen Vorwürfe liegt bislang nicht vor.
Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen nach Russland. In den Sicherheitshinweisen heißt es, für deutsche Staatsangehörige bestehe die Gefahr willkürlicher Festnahmen. Auch Verurteilungen aufgrund konstruierter Vorwürfe seien möglich.
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