Unwetter

Deutscher Wetterdienst bestätigt: Tornado in Thüringen erreichte 250 km/h – stärkster Wirbelsturm 2026

Der Deutsche Wetterdienst hat eine vorläufige Tornado-Bilanz für 2026 vorgelegt. Der Wirbelsturm, der Mitte August über Ohrdruf in Thüringen hinwegzog, führt die Liste an.

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Auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Ohrdruf liegen nach einem Tornado Teile von Bäumen und abgebrochene Äste.

Auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Ohrdruf liegen nach einem Tornado Teile von Bäumen und abgebrochene Äste.

© Daniel Vogl/dpa

Der Tornado, der am 19. August über Ohrdruf im Landkreis Gotha zog, ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der bislang stärkste in diesem Jahr in Deutschland bestätigte Wirbelsturm. Die Meteorologen stuften das Ereignis in einer vorläufigen Bilanz mit der Stärke 2,5 auf der Internationalen Fujita-Skala ein, was Windgeschwindigkeiten von rund 250 Kilometern pro Stunde entspricht.

Vergleichbar starke Tornados habe es zuletzt vor vier Jahren in Lippstadt und Paderborn gegeben, teilte der DWD mit. In der Region um Ohrdruf verursachte der Sturm erhebliche Schäden: Bäume wurden entwurzelt oder zerbrachen, Dächer wurden abgedeckt und Autos beschädigt. Im nahegelegenen Georgenthal wurde ein 40-jähriger Mann am Morgen nach dem Unwetter von Ästen erschlagen. Die Aufräumarbeiten dauern an.

Größter dokumentierter Tornadoausbruch in Deutschland

Eine Besonderheit stellt der 19. August 2026 nach Einschätzung des DWD insgesamt dar: An diesem Tag ereigneten sich 17 der bestätigten Tornados – damit sei es der bislang größte dokumentierte Tornadoausbruch in Deutschland. Zum Vergleich verweist der Wetterdienst auf den Januar 2007, als im Zusammenhang mit Orkantief Kyrill 14 Tornados registriert wurden.

Auslöser war laut DWD ein Tiefdruckgebiet, das ab den frühen Abendstunden bis in die Nacht hinein von West nach Ost über die Mitte Deutschlands zog und teils schwere Gewitter mit sich brachte. Neben Ohrdruf sind in Thüringen bislang Tornados der Stufe 1,5 in Breitungen und Tambach-Dietharz sowie der Stufe 1 in Georgenthal bestätigt. Weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch geprüft, darunter in Lauscha, Dermbach, Ilmenau, Schmalkalden sowie zwischen Trusetal und Floh-Seligenthal.

Niedersachsen vor Hessen und Thüringen

Regional verzeichnete Niedersachsen mit neun Fällen 2026 bisher die meisten bestätigten Tornados, gefolgt von Hessen mit acht. Je drei Wirbelstürme registrierte der DWD in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Thüringen, je einen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Baden-Württemberg.

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